Die Klimakonferenz in Doha (Katar) ist in die heiße Phase gestartet. Zum Eintreffen von Ministern aus aller Welt warnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag eindringlich vor den Folgen des Klimawandels und rief die Staatengemeinschaft zum Handeln auf. Die deutsche Umweltstaatssekretärin Katherina Reiche (CDU) dämpfte unterdessen Erwartungen, die EU könne ihr Klimaziel zur Drosselung des Treibhausgasausstoßes anheben.
Ban sprach mit Blick auf den Klimawandel von einer „Krise". Es handle sich um eine Gefahr, die sowohl die Wirtschaft als auch die Sicherheit bedrohe. „Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass wir mit Dringlichkeit und klarem Ziel handeln", sagte Ban zur Eröffnung des sogenannten Ministersegments auf der Klimakonferenz. Besorgt äußerte sich der Generalsekretär allerdings über das Tempo und das Ausmaß der Anstrengungen. Jede weitere Verzögerung koste in der Zukunft mehr Anstrengungen - oder verursache größere Schäden.
Ban forderte von den Delegierten unter anderem die Verlängerung des Kyoto-Protokolls, dessen erste Phase in wenigen Wochen endet. Dabei handle es sich um ein Fundament, auf dem weiter aufgebaut werden müsse. Auch verlangte Ban klare Zusagen zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen, da die auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen vor drei Jahren zugesagten Gelder ebenfalls Ende dieses Jahres auslaufen. Des Weiteren unterstrich der UN-Generalsekretär die Notwendigkeit, bei den Zielen zur Minderung des Treibhausgasausstoßes nachzubessern, da die Zusagen nicht ausreichten, eine Erderwärmung von mehr als zwei Grad zu verhindern. Ähnlich äußerte sich auch die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres.
Noch bis Freitag verhandeln Vertreter aus 194 Ländern im Ölstaat Katar über eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls, Finanzen und einen Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen, das 2015 beschlossen und nach 2020 in Kraft treten soll. Umweltorganisationen beklagen, dass es bislang wenig Fortschritte auf der Konferenz gibt.
Die Europäische Union, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit einer Reihe von Entwicklungsstaaten für Bewegung auf der Klimakonferenz in Durban gesorgt hatte, ist beim Klimaschutz derzeit tief gespalten. Deutschland drängt auf eine ehrgeizigere Minderung des Treibhausgasausstoßes, vor allem Warschau blockiert dies allerdings. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard verwies am Dienstag darauf, dass die EU-Gesetzgebung dazu führen werde, dass der Rückgang der Treibhausgase im Jahr 2020 mehr als 20 Prozent betragen werde.
Die Klimaexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Ann-Kathrin Schneider, bezeichnete Fortschritte in diesem Bereich als Voraussetzung dafür, dass sich die großen Schwellenländer wie China oder Brasilien ebenfalls zu verstärkten Klimaschutzmaßnahmen bereit erklärten. „Notfalls muss die EU ihr Klimaziel auch ohne Polen auf minus 30 Prozent anheben", verlangte Schneider und appellierte an Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der am frühen Mittwochabend in Doha erwartet wird. Ähnlich äußerte sich der Klimaexperte von Greenpeace, Karsten Smid. Altmaier sagte via Twitter zu, sich für ein 30-Prozent-Ziel notfalls auch ohne Polen einzusetzen.
Seine Staatssekretärin senkte die Erwartungen allerdings. Gerade erst habe Polen wieder „rote Linien" deutlich gemacht, sagte Reiche am Dienstag in Doha. Deutschland wisse, „dass wir als EU einheitlich auftreten sollten und eine internationale Klimakonferenz nicht das Forum ist, wo man EU-interne Probleme löst". Nichtsdestotrotz müsse das Problem gelöst werden.
Für geringfügige Bewegung auf den Verhandlungen sorgte lediglich ein Vorstoß Großbritanniens, das weitere finanzielle Mittel für die Anpassung an den Klimaschutz in Aussicht stellte. „Großbritannien hat hier eine Mauer des Schweigens eingerissen", sagte der Klimaexperte der Entwicklungsorganisation Oxfam, Jan Kowalzig. Jetzt müsste Altmaier für Deutschland nachlegen. Reiche sagte, dass Deutschland in den nächsten zwei Jahren „mindestens 1,4 Milliarden Euro" für Klimaschutzprojekte bereitstellen werde. Optional könnten es sogar 1,8 Milliarden Euro werden.
Quellen: dapd/dpa-pa.
Ban sprach mit Blick auf den Klimawandel von einer „Krise". Es handle sich um eine Gefahr, die sowohl die Wirtschaft als auch die Sicherheit bedrohe. „Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass wir mit Dringlichkeit und klarem Ziel handeln", sagte Ban zur Eröffnung des sogenannten Ministersegments auf der Klimakonferenz. Besorgt äußerte sich der Generalsekretär allerdings über das Tempo und das Ausmaß der Anstrengungen. Jede weitere Verzögerung koste in der Zukunft mehr Anstrengungen - oder verursache größere Schäden.
Ban forderte von den Delegierten unter anderem die Verlängerung des Kyoto-Protokolls, dessen erste Phase in wenigen Wochen endet. Dabei handle es sich um ein Fundament, auf dem weiter aufgebaut werden müsse. Auch verlangte Ban klare Zusagen zur Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen, da die auf dem Weltklimagipfel in Kopenhagen vor drei Jahren zugesagten Gelder ebenfalls Ende dieses Jahres auslaufen. Des Weiteren unterstrich der UN-Generalsekretär die Notwendigkeit, bei den Zielen zur Minderung des Treibhausgasausstoßes nachzubessern, da die Zusagen nicht ausreichten, eine Erderwärmung von mehr als zwei Grad zu verhindern. Ähnlich äußerte sich auch die Chefin des UN-Klimasekretariats, Christiana Figueres.
Noch bis Freitag verhandeln Vertreter aus 194 Ländern im Ölstaat Katar über eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls, Finanzen und einen Fahrplan für ein neues Klimaschutzabkommen, das 2015 beschlossen und nach 2020 in Kraft treten soll. Umweltorganisationen beklagen, dass es bislang wenig Fortschritte auf der Konferenz gibt.
Die Europäische Union, die im vergangenen Jahr gemeinsam mit einer Reihe von Entwicklungsstaaten für Bewegung auf der Klimakonferenz in Durban gesorgt hatte, ist beim Klimaschutz derzeit tief gespalten. Deutschland drängt auf eine ehrgeizigere Minderung des Treibhausgasausstoßes, vor allem Warschau blockiert dies allerdings. EU-Klimakommissarin Connie Hedegaard verwies am Dienstag darauf, dass die EU-Gesetzgebung dazu führen werde, dass der Rückgang der Treibhausgase im Jahr 2020 mehr als 20 Prozent betragen werde.
Die Klimaexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Ann-Kathrin Schneider, bezeichnete Fortschritte in diesem Bereich als Voraussetzung dafür, dass sich die großen Schwellenländer wie China oder Brasilien ebenfalls zu verstärkten Klimaschutzmaßnahmen bereit erklärten. „Notfalls muss die EU ihr Klimaziel auch ohne Polen auf minus 30 Prozent anheben", verlangte Schneider und appellierte an Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), der am frühen Mittwochabend in Doha erwartet wird. Ähnlich äußerte sich der Klimaexperte von Greenpeace, Karsten Smid. Altmaier sagte via Twitter zu, sich für ein 30-Prozent-Ziel notfalls auch ohne Polen einzusetzen.
Seine Staatssekretärin senkte die Erwartungen allerdings. Gerade erst habe Polen wieder „rote Linien" deutlich gemacht, sagte Reiche am Dienstag in Doha. Deutschland wisse, „dass wir als EU einheitlich auftreten sollten und eine internationale Klimakonferenz nicht das Forum ist, wo man EU-interne Probleme löst". Nichtsdestotrotz müsse das Problem gelöst werden.
Für geringfügige Bewegung auf den Verhandlungen sorgte lediglich ein Vorstoß Großbritanniens, das weitere finanzielle Mittel für die Anpassung an den Klimaschutz in Aussicht stellte. „Großbritannien hat hier eine Mauer des Schweigens eingerissen", sagte der Klimaexperte der Entwicklungsorganisation Oxfam, Jan Kowalzig. Jetzt müsste Altmaier für Deutschland nachlegen. Reiche sagte, dass Deutschland in den nächsten zwei Jahren „mindestens 1,4 Milliarden Euro" für Klimaschutzprojekte bereitstellen werde. Optional könnten es sogar 1,8 Milliarden Euro werden.
Quellen: dapd/dpa-pa.
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