„In alten Zeiten, wo das Wünschen noch geholfen hat“ – so beginnt „Der Froschkönig“, das erste Märchen der Gebrüder Grimm. Kann es einen schöneren Einstieg in ein Buch geben? Am 20.Dezember 1812 wurde der erste Band der von Wilhelm und Jacob gesammelten Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht. Seither sind Rotkäppchen, Schneewittchen, Dornröschen und all die anderen Geschichten in mehr als 150 Sprachen und Dialekten erschienen. Die Sammlung gilt nach der Bibel als das am häufigsten übersetzte Buch der Welt.
Der Berliner Verleger Georg Andreas Reimer hatte die Grimmsche Sammlung vor 200 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht und einige Jahre später zog es die im hessischen Hanau geborenen Brüder selbst nach Berlin. König Friedrich Wilhelm IV. holte die Sprachwissenschaftler 1841 in die Stadt und stellte sie als Professoren an der Humboldt-Universität ein. Jacob und Wilhelm Grimm lebten frei von ökonomischen Sorgen bis an ihr Lebensende in Berlin. Und auch wenn sie gestorben sind, ihre Märchen leben noch heute fort.
Das liegt an den zeitlosen Themen, die auch heute noch viele Leser kennen, meint der Marburger Professor und Märchen-Forscher Wilhelm Solms in einem Interview: „Neid und Streit zwischen Geschwistern sind ein solches Thema, aber auch Schicksalsschläge wie der Verlust von Vater oder Mutter. Wenn Kinder von solchen Problemen im Märchen lesen oder hören, können sie sich damit auseinandersetzen.“
Aber die Grimms hinterließen sind viel mehr als nur Geschichten von Prinzessinnen, Hexen und wildem Getier. „Die Brüder haben mit ihrer Deutschen Grammatik und dem Deutschen Wörterbuch bleibende Verdienste um die Germanistik“, betont Hessens Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU). In Kassel ist deshalb im Jubiläumsjahr (27. April bis 8. September 2013) in der documenta-Halle eine große Ausstellung zum Wirken und Leben der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm zu sehen.
www.grimms.de
www.grimmstories.com
www.grimm2013.nordhessen.de

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