abs-ad

Mittwoch, 30. Januar 2013

Der Kampf um die Macht in den Sozialisten in Europa?

Den europäischen Sozialdemokraten droht ein Machtkampf um die Spitzenkandidatur für die Europawahl 2014. Der Präsident des Europa-Parlaments, Martin Schulz, könnte Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommen.

Bisher galt der SPD-Politiker Martin Schulz, derzeit Präsident des Europa-Parlaments, als einziger Anwärter für die Spitzenkandidatur. Nun erwarten führende Sozialdemokraten, dass auch die dänische Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt (im Artikelbild zusammen mit Schulz) antreten könnte. "Dann haben wir eben eine Kampfabstimmung", heißt es in der sozialistischen Fraktion in Brüssel.

Der Kampf um den ersten Listenplatz bei den Europawahlen ist politisch brisant, weil damit eine Vorentscheidung über die Nachfolge von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso fallen könnte. Das Europa-Parlament wird im Sommer 2014 neu gewählt, kurz darauf endet Barrosos Amtszeit. Die großen europäischen Parteifamilien – Sozialisten, Konservative und Liberale – wollen ihre jeweiligen Spitzenleute zugleich als Kandidaten für den Posten des mächtigen Kommissionspräsidenten aufstellen.
"Das Verfahren ist noch gar nicht eröffnet", wiegelt der Generalsekretär der Europäischen Sozialisten (PSE), Achim Post, ab. Denn die PSE will die Top-Position erst auf einem Parteitag im Februar 2014 besetzen. Doch hinter den Kulissen galt der Deutsche Martin Schulz seit langem als gesetzt. Hannes Swoboda – österreichischer Sozialdemokrat, Fraktionschef im Europa-Parlament und enger Vertrauter von Schulz – forderte nun vor Journalisten, dass der Bewerber auf jeden Fall aus der Eurozone kommen müsse.

Das aber würde eine mögliche Kandidatur von Thorning-Schmidt torpedieren, da Dänemark die Gemeinschaftswährung nicht eingeführt hat. In Kopenhagen werden die Spekulationen um einen Wechsel der Ministerpräsidentin nach Brüssel heruntergespielt. Das sei zwar "keine Überraschung", erklärt ein Mitarbeiter der dänischen Regierung auf DW-Anfrage, Thorning-Schmidt habe aber "keine politischen oder persönlichen Ambitionen" auf ein hohes EU-Amt. Die von Thorning-Schmidt geführte Mitte-Links-Regierung kämpft seit Monaten mit miserablen Umfragewerten. Die Opposition in Dänemark argwöhnt, die Regierungschefin wolle sich Richtung Europa davonstehlen.
Auch die EVP streitet

Auch bei Europas Konservativen und Christdemokraten, die sich in der Europäischen Volkspartei (EVP) zusammengeschlossen haben, ist die Diskussion um die Spitzen-Kandidatur entbrannt. In Medienberichten wurde zuletzt der polnische Premier Donald Tusk als heißer Kandidat genannt. Aus der EVP-Fraktion wurde Christine Lagarde ins Spiel gebracht, derzeit Chefin des Internationalen Währungsfonds in Washington.

In einem sind sich die politischen Lager in Brüssel einig: Durch die Nominierung von Spitzenkandidaten soll die Europa-Wahl zu einer echten Richtungsentscheidung werden und den Trend umkehren: Seit Jahren sinkt die Wahlbeteiligung; zuletzt, 2009, lag sie europaweit bei beschämenden 43 Prozent. Soll der Wahlkampf aber mit Spitzenkandidaten geführt werden, dann – so die Hoffnung – bringe das auch wieder Bürger an die Wahlurne.

Politisch betritt das Europa-Parlament damit Neuland, rechtlich steht das ganze auf schwankendem Boden. Doch die Abgeordneten sehen jetzt die Chance, die EU insgesamt zu politisieren. Was auch das Machtgerangel um die Spitzenkandidatur erklärt.

Mercy: "Ich spreche als legitimen Präsidenten"


Mohammed Mursi hatte nur wenig Zeit bei seinem ersten Besuch in Berlin. Dennoch ließ er es sich nicht nehmen, vor seiner Abreise eine Rede zu halten und sich auch unangenehmen Fragen zu stellen.

Es war ein erlesenes Publikum, das zum Vortrag des ägyptischen Präsidenten gekommen war: etwa 200 Diplomaten und Wissenschaftler, Politiker und Studenten füllten den großen Saal der Körber-Stiftung in Berlin. Geduldig warteten sie auf den Präsidenten, der mit großer Verspätung zu seinem letzten Termin in der deutschen Hauptstadt kam. Als der 61-Jährige, der den Moslembrüdern entstammt, schließlich nach einem langen Tag mit vielen politischen Gesprächen eintraf, trat er selbstbewusst und stolz auf.

Demokratisch gewählt

Er sei der erste demokratisch gewählte und zivile ägyptische Präsident, betonte Mursi und fügte hinzu: er spreche daher aus einer Position echter Legitimität, die ihm das ägyptische Volk in freien Wahlen verliehen habe. Die Präsidentschaftswahlen seien aber nur der erste Schritt auf dem Weg des Aufbaus eines zivilen Staates. Sein Ziel sei es, Ägypten wirtschaftlich und gesellschaftlich aufzubauen.

Mursi unterstrich, dass die Revolution von 2011, mit der das Regime Mubarak beendet wurde, ein Quell des Selbstvertrauens für sein Land sei. "Die Revolution ist nicht in einem Augenblick der Wut ausgebrochen, sie ist auch kein Frühlingshauch und kein Erwachen nach einem langen Schlaf", sagte er. "Vielmehr war diese Revolution, wie die anderen Revolutionen in der Region, Resultat nationaler Bewegungen und Ausdruck der Hoffnungen ganzer Generationen."

Dialog auf Augenhöhe
Der ägyptische Präsident warf den westlichen Regierungen vor, die diktatorischen Regime in der arabischen Welt über Jahrzehnte hinweg unterstützt zu haben. Das Ergebnis sei unmoralisch und unmenschlich gewesen. Für die Zukunft forderte er einen gleichberechtigten Dialog auf Augenhöhe. "Keine Seite darf der anderen Ratschläge erteilen oder die Weisheit für sich selbst beanspruchen oder glauben, dass sie über der anderen stünde."
Auch für Ägypten selbst strebe er einen Dialog der gesellschaftlichen Gruppen an, dessen Ziel ein möglichst breiter nationaler Konsens sein müsse. Regional wolle Kairo wieder eine Vorreiterrolle spielen, um Frieden und Stabilität zu erreichen. Dies gelte sowohl für Syrien, wo die Tragödie des Blutvergießens beendet werden müsse als auch für den Nahostkonflikt. Das palästinensische Volk habe ein Recht auf Selbstbestimmung in einem eigenen Staat. Diese Hoffnung habe sich bisher nicht erfüllt. Die israelische Besatzung sei Unrecht und die Palästinenser hätten das Recht, sich dagegen zu wehren.

Unangenehme Fragen

Nach seinem etwa halbstündigen Vortrag stellte sich Mursi den Fragen des Spiegeljournalisten Georg Mascolo, der den Abend moderierte. Sein Gesicht blieb undurchdringlich, als der ihn sehr nachdrücklich nach einem kürzlich aufgetauchten Video mit anti-israelischen Äußerungen fragte. Dabei habe Mursi Israelis mit Schweinen und Affen verglichen. Seine Bemerkungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, antwortete der ägyptische Präsident. Sie seien Teil eines Gesprächs über die gewalttätige israelische Politik gewesen. Es sei nicht akzeptabel, wenn Israel das Blut palästinensischer Kinder vergieße. Er habe aber nicht die Juden oder das Judentum angegriffen. Er respektiere jede Religion.

Auf eine Frage nach Alkohol und Bikiniverbot wollte Mursi dagegen nicht eingehen. In seinem Land herrsche Glaubensfreiheit. Jeder könne tun und lassen, was er wolle, solange er dabei nicht anderen schade.
Mursi wies auch die Vorwürfe des Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung, Markus Löning, zurück, der beklagt hatte, die Lage der Menschenrechte in Ägypten sei heute schlechter als vor der Revolution. Dies treffe nicht zu. Es gebe zwar Verstöße, die würden aber von der Regierung nicht toleriert. Ägypten befinde sich in einer Übergangszeit und benötige Geduld.

Noch am Mittwochabend reiste Mursi zurück nach Kairo. Er müsse in seiner Heimat seinen Verpflichtungen nachkommen, hatte er erklärt und beruhigend hinzugefügt: Ägypten stehe nicht vor dem Zusammenbruch.
 

Samstag, 26. Januar 2013

Protest auf nationaler Ebene: die Todesurteile 21 nach Fußball Aufruhr in Ägypten


Die ägyptische Justiz geht hart gegen Fußballrandalierer vor. Ein Gericht in Kairo hat nach einer Stadiontragödie vor einem Jahr 21 Todesurteile verhängt. Der Richterspruch heizt die gewaltsamen Ausschreitungen im Land zusätzlich an, zwei Polizisten kamen unmittelbar nach der Verkündung ums Leben.

Kairo - Die Gewalt in Ägypten gerät völlig außer Kontrolle. Seit Freitag erschüttern die Proteste zum Jahrestag der Revolution das Land, nun befeuert ein Gerichtsurteil die aggressive Stimmung zusätzlich: Ein Jahr nach einer Massenpanik in einem Fußballstadion mit vielen Opfern sind in Kairo 21 Todesurteile verhängt worden. Der zuständige Richter verlas am Samstag die Namen der Verurteilten. Insgesamt sind 73 Menschen im Zusammenhang mit dem Unglück angeklagt. Weitere Urteile in dem Fall sollen am 9. März folgen.

Die Todesurteile werden nun, wie in Ägypten üblich, dem Großmufti des Landes zur Bestätigung vorgelegt. Unter den verbleibenden Angeklagten sind auch neun Sicherheitskräfte.
Nach Verkündung der Urteile erlitten Verwandte der betroffenen Angeklagten im Gerichtssaal Weinkrämpfe. Einige Angehörige versuchten nach dem Richterspruch laut Staatsfernsehen, das Gefängnis in Port Said zu stürmen, in dem die Angeklagten inhaftiert sind. Die Familien der Opfer hingegen reagierten erleichtert auf die verhängten Strafen.
Bei den Zusammenstößen zwischen Anhängern der Vereine al-Masri und al-Ahly im Stadion von Port Said waren am 1. Februar 2012 mindestens 74 Menschen ums Leben gekommen und Hunderte verletzt worden. In den darauf folgenden Tagen wurden bei Unruhen im ganzen Land weitere Menschen getötet. Nach der weltweit blutigsten Fußballtragödie seit 15 Jahren wurde die restliche Saison abgesagt.


Nach den Krawallen im Fußballstadion von Port Said war den Sicherheitskräften vorgeworfen worden, sie hätten die Täter bewusst gewähren lassen, um die Anhänger des Kairoer Clubs al-Ahly zu bestrafen. Diese hatten während der Proteste gegen den damaligen Präsidenten Husni Mubarak eine wichtige Rolle gespielt. Vor dem Urteil am Samstag hatten die Ultras von al-Ahly gedroht, "Chaos" in Kairo zu verbreiten, sollten die Täter nicht bestraft werden.
 Zwei Polizisten sterben vor Gefängnis
Kurz nach der Verkündung wurden nach Angaben aus Sicherheitskreisen in Port Said bereits zwei Polizisten getötet. Unbekannte hätten bei Protesten vor dem Gefängnis in der Stadt, in dem die Verurteilten inhaftiert sind, auf die Polizei gefeuert und dabei zwei Beamte erschossen. Die Polizei sei daraufhin mit Tränengas gegen die Protestierenden vorgegangen.
Das Urteil war mit Spannung erwartet worden. Es fiel inmitten einer ohnehin extrem angespannten Situation einen Tag nach dem zweiten Jahrestag des Beginns des Volksaufstands gegen den langjährigen Präsidenten Mubarak. Am Freitag hatte es in Kairo, Alexandria und Suez gewaltsame Proteste gegen den neuen Präsidenten Mohammed Mursi gegeben, neun Menschen wurden getötet. In Suez marschierte daraufhin das Militär auf.
yes/AFP/dapd/Reuters

Ein mysteriöser Patient: gefährliche Luft im Bauch


Krampfhafte Schmerzen und Erbrechen treiben einen Briten ins Krankenhaus. Dass mit dem Darm des Patienten etwas nicht stimmt, merken seine Ärzte schnell. Unmengen an Luft sammeln sich in seinen Eingeweiden. Nur wo kommt die her?
Seit zwei Wochen schon leidet der 82-jährige Patient an Verstopfung. In den Tagen, bevor er sich auf den Weg ins britische Royal Liverpool University Hospital macht, werden die Beschwerden schlimmer, am Tag vor der Aufnahme muss er nach dem Essen erbrechen.


Seinen Ärzten um den Chirurgen Tejinderjit Athwal schildert der Mann, wie ihn kolikartig Schmerzen überfallen und dass er unter Blähungen leidet. Bei der Untersuchung stellen die Ärzte fest, dass der Mann ausgetrocknet ist, wie sie im Fachmagazin "BMJ Case Reports" beschreiben. Die Bauchdecke ist schmerzempfindlich, aber nicht angespannt, der Bauch gebläht. Beim Abhören fällt den Ärzten auf, dass die Darmgeräusche metallisch klingen.
Sechs Monate vor dieser dramatischen Verschlechterung seines Zustands war der Mann schon einmal in der Klinik. Damals behandelten ihn die Ärzte wegen Schmerzen im rechten Oberbauch - Gallensteine hatten den Weg der Gallenflüssigkeit in den Darm blockiert und mussten entfernt werden. Damals hatten die Ärzte auch einen großen Gallenstein in der Gallenblase entdeckt. Da diese aber nicht entzündet war und der Patient zusätzlich an Herz- und Lungenkrankheiten litt, hatten die Ärzte sich damals dafür entschieden, die Gallenblase nicht zu entfernen.
 Wie kommt die Luft in die Gallenblase?
Bei der Blutuntersuchung entdecken die Mediziner nun deutliche Hinweise auf eine Entzündung. Sie schicken ihren Patienten in die Radiologie, wo der Bauch geröntgt wird. Auf der Aufnahme fällt auf, dass der Dickdarm mit sehr viel Luft gefüllt ist (Pfeil im oberen Bild) - ein Hinweis auf eine Verstopfung. Doch nicht nur das sehen die Röntgenärzte, sondern auch Luft im Bauch, die nicht den Darm ausfüllt, sondern offenbar die Gallenblase (Pfeilspitze im oberen Bild).
Um sicher zu gehen, muss der Patient auch noch in einen Computertomografen (CT). Die Bilder millimeterdünner Scheiben, in die der Körper des Patienten dabei unterteilt wird, zeigen besser, wie die Luft in die Gallenblase gekommen ist. Außerdem finden die Ärzte so vielleicht die Ursache der Darmverstopfung, die vermutlich für die Beschwerden des Patienten verantwortlich ist. Eine mögliche Ursache, an die Ärzte bei einem alten Menschen mit einem solchen Darmverschluss automatisch denken, ist ein bösartiger Tumor.
Tatsächlich sehen die Radiologen auf dem Bild nicht nur Luft im Darm, sondern auch Luft in der Gallenblase. Dort sollte normalerweise keine Luft hinkommen. Sie entdecken einen Kanal, eine Fistel, zwischen Darm und Gallenblase. Was fehlt, ist der Gallenstein, der noch vor kurzem in der Gallenblase gelegen hatte. Auf den CT-Bildern des Darms auf der Höhe der Blase finden die Ärzte den Stein wieder: Er liegt im letzten Teil des Dickdarms, dem Sigma.

Die Ärzte müssen operieren, sonst wäre das Leben des Patienten in Gefahr. Zunächst denken die Mediziner über ein schonendes Verfahren nach, schreiben sie in ihrem Fallbericht. Sie überlegen, den Gallenstein im Darm wie einen Harnstein mit Hilfe von Stoßwellen zu zerstören. Nach kurzer Rücksprache mit den Urologen lassen sie sich aber davon überzeugen, dass der Gallenstein zu groß ist. Die Variante würde keinen Erfolg versprechen.
 Sieben mal viereinhalb mal vier Zentimeter großer Gallenstein
Stattdessen schieben die Chirurgen den Patienten schließlich in den OP und öffnen seinen Bauch. Sie haben beträchtliche Schwierigkeiten, den großen Stein aus dem Stück des Enddarms, in dem er steckengeblieben ist, wegzubewegen. Erst als sie die Wand des Darmes aufschlitzen, gelingt es ihnen, den Stein herauszuholen. In den Händen halten sie einen sieben mal viereinhalb mal vier Zentimeter großen Gallenstein
Die Mediziner äußern sich in ihrem Fallbericht überrascht: Zwar ist die Darmschleimhaut entzündlich geschwollen, allerdings finden sie keinen Hinweis auf einen Darmtumor. Sie hatten sich nicht vorstellen können, dass der Gallenstein ausreichen könnte, um den Darm zu verstopfen. Doch tatsächlich verursachte der Stein alleine die Beschwerden des Patienten.
Die Ärzte legen ihrem Patienten noch einen künstlichen Darmausgang an, den Fistelkanal zwischen Gallenblase und Darm versuchen sie erst gar nicht zu verschließen. Der Patient erholt sich von der Operation ohne weitere Probleme und kann bald darauf entlassen werden.
Ungewöhnlich an ihrem Patienten ist für die britischen Mediziner vor allem der Ort, an dem der Gallenstein sich festgesetzt hat. Normalerweise, so schreiben sie, würde man eine Verstopfung noch im Dünndarm erwarten - und nicht erst am Ende des Darmes, so wie in diesem Fall.



Klima: Schweden Europa-weiten Steuer auf Fleisch Sie wollen



Tierhaltung produziert Klimagase - da liegt eine Idee aus Schweden nahe: Eine Landwirtschaftsbehörde in Stockholm fordert eine EU-weite Steuer auf Fleisch. Ein Kilo Rindfleisch soll 1,50 Euro teurer werden.

Hamburg - Rülpsende Kühe und Schafe gelten als enorme Klimakiller, gerade in der Massenzucht. Würde ihr Fleisch nach dem Schlachten extra besteuert, ginge der Konsum deutlich zurück. Das ist die Logik einer dem schwedischen Landwirtschaftsministerium unterstellten Behörde. Sie hat daher die Einführung einer Fleischsteuer gefordert, wie die "tageszeitung" ("taz") schreibt. Ein entsprechender Rapport sei bereits am vergangenen Dienstag vorgelegt worden. Schwedische Nachrichtenseiten sowie Branchendienste berichten ebenfalls darüber.


Auch für Fisch, Eier und Milchprodukte soll es laut "taz" Abgaben geben. Vorausgesetzt wird aber, dass sich die gesamte EU auf eine Steuer einigt. Ansonsten bestehe die Gefahr, dass Unternehmen in die Länder abwandern, die keine Steuer erheben, schreibt die Zeitung. Die Höhe einer möglichen Steuer könnte laut "taz" bei knapp 1,50 Euro pro Kilo Rindfleisch liegen.
Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF macht die Tierzucht ein Fünftel des weltweiten Klimagasausstoßes aus. Daher wäre es doch selbstverständlich, dass die Verbraucher an den Umweltkosten beteiligt würden, argumentiert die Behörde.

Ähnlich hatte sich kürzlich der Präsident des Umweltbundesamts, Jochen Flasbarth, geäußert. Er forderte, zumindest die großen Mastbetriebe in den Emissionshandel einzubeziehen. Sinke der Konsum von Fleisch und damit der Flächen, die für den Anbau von Futtermitteln genutzt werden, gebe es mehr Felder für den Anbau von Nahrungsmitteln.
Allerdings ist fraglich, ob die Behörde mit ihrem Vorschlag weit kommt. Nicht nur die schwedische Fleischindustrie kritisierte den Vorstoß, auch das Finanzministerium zeigte sich skeptisch.

yes

Mittwoch, 23. Januar 2013

New Mühe für BER: Path Court fly Nähe Wannsee

Lärm, Umweltbelastungen und die Gefahr von terroristischen Anschlägen: Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Flugroute zum neuen Berliner Flughafen über den Wannsee gekippt. Es ist das erste Urteil über die Klagen der Anwohner.

Berlin - Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat die Wannsee-Flugroute des künftigen Berliner Hauptstadtflughafens gekippt. Die Strecke führe zu nah an einem Forschungsreaktor vorbei, erläuterte das Gericht am Mittwoch. Das Risiko für einen Flugunfall oder einen terroristischen Anschlag sei vor der Routenfestlegung nicht ermittelt worden.

Geklagt hatten neben den brandenburgischen Gemeinden Stahnsdorf und Kleinmachnow die Stadt Teltow sowie die Deutsche Umwelthilfe und mehrere Grundstücksbesitzer und Anwohner des Wannsees, darunter eine Minderjährige aus Wannsee. Die Revision zum Bundesverwaltungsgericht wurde zugelassen.

Es war die erste von mehreren Verhandlungen über Entscheidungen des Bundesaufsichtsamts für Flugsicherung (BAF), das die Flugrouten im Januar 2012 festgelegt hatte.

Die Kläger hatten angegeben, die Wannsee-Route "verlärmt" nicht nur die Region im Südwesten Berlins. Sie berge auch eine Gefahr für den Forschungsreaktor des Helmholtz-Zentrums in Wannsee, sollten Flugzeuge abstürzen oder gar Terroristen die Anlage als Ziel auswählen. Vor diesem Hintergrund klagte auch ein Mitarbeiter des Helmholtz-Zentrums.

Auch die EU-Kommission hat sich mit den Flugrouten beschäftigt. Vor zwei Wochen kam heraus, dass die vorgesehenen Strecken nach ihrer Ansicht möglicherweise neu geprüft werden müssen, weil die Folgen für Natur und Umwelt nicht untersucht wurden. Sie würden durch Natur- und Vogelschutzgebiete verlaufen. Genannt werden vor allem Gebiete rund um den Müggelsee in Berlin-Köpenick. Das erhöhe das Risiko durch Vogelschlag und gefährde seltene Vögel wie Fischadler, Kranich, Weißstorch und andere.

Das Bundesverkehrsministerium betonte aber, es gebe "keine Versäumnisse in dieser Hinsicht". Aus den EU-Richtlinien im Verfahren zur Festlegung von Flugrouten ergebe sich keine Pflicht zu einer solchen Prüfung.

Der künftige Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg hat zwei Start- und Landebahnen, die unabhängig voneinander betrieben werden sollen - so als handele es sich um zwei Flughäfen. Damit zeitgleich auf der Nordbahn und der Südbahn startende Maschinen nicht zusammenstoßen, müssen ihre Kurse auseinanderklaffen. An zwei von drei Tagen herrscht Westwind - die Maschinen starten nach Westen. Sonst herrscht Ostwind, und die Flugzeuge heben nach Osten ab.

Inzwischen wird damit gerechnet, dass der Airport frühestens 2014 in Betrieb gehen kann. Er wird nach jüngster Kalkulation mindestens 4,3 Milliarden Euro kosten, mehr als doppelt so viel wie anfangs angegeben.

mia/dpa/dapd

Plädoyer mit Schwung

Gute Kommunikation ist mehr als die richtige Wortwahl. Die Expertin für arabische Typografie, Nadine Chahine, leistet von Deutschland aus einen Beitrag zur Verbesserung von Lesefähigkeit und Lesbarkeit in der arabischsprachigen Welt.

Schriftsätze können zwanglos oder förmlich wirken, entspannt oder energisch. Sie können jung, alt, männlich oder weiblich aussehen. Sie können vertrauenerweckend oder bestimmend daherkommen. „All diese Assoziationen sind Teil des Designs”, erläutert Nadine Chahine. Die preisgekrönte Schriftgestalterin aus dem Libanon arbeitet seit zehn Jahren an neuen arabischen Schriftarten – seit 2005 in Deutschland für die Firma Linotype. Je nach Medium hat das Schriftdesign Auswirkungen darauf, wie rasch ein Text erfasst werden kann. „Je besser das Design, desto einfacher lässt es sich lesen“, sagt Chahine.

Lesen steht im Mittelpunkt von Chahines Arbeit. Als Teil ihrer Dissertation hat die Designerin erforscht, wie Menschen auf unterschiedliche arabische Schriftsätze reagieren. Dabei fand sie heraus, dass sie mehr Zeit zum Lesen brauchten, je komplexer die Formen waren. Daher rät sie etwa Verlagen, für den Druck von Kinderbüchern einfach gestaltete arabische Zeichen zu benutzen. Gut lesbare arabische Schriftsätze könnten auch die Lesefähigkeit unter Erwachsenen fördern. Ist der Schriftsatz einer Zeitung schwierig zu lesen, wird das bei den Menschen eher Kopfschmerzen als Leselust hervorrufen. „Es ist wie mit Schuhen. Sind sie unbequem, wird man nicht in ihnen laufen wollen.“

Die Schriftdesignerin hat beim Typografieunternehmen Linotype auf der Grundlage lateinischer Schriftsätze eine Reihe ausgezeichneter arabischer Versionen entworfen. Von der führenden libanesischen Zeitung „An-Nahar“ wurde sie beauftragt, einen neuen Schriftsatz zu entwickeln. Die so entstandene Schriftart wurde nach dem früheren Chefredakteur der Zeitung benannt, dem 2005 getöteten Gebran Tueni. Chahine schuf dafür ein klassisches Design. Es soll die Botschaft hinter den Worten überbringen: Dass „politische Einschüchterung nicht funktionieren wird; wir werden eine freie Presse haben.”

Nadine Chahine schreibt in ihrem Blog über ihr neuestes Schriftprojekt:

http://www.arabictype.com/blog

http://imprint.printmag.com/typography/zapfino-arabic-a-typeface-in-the-making/

Clinton sagt von Benghazi zur Katastrophe





 US-Außenministerin Clinton muss sich für einen Anschlag auf die US-Botschaft im libyschen Bengasi rechtfertigen. Anschuldigungen, ihr Ministerium habe den Terrorangriff vertuschen wollen, weist sie zurück.

"Ich übernehme die Verantwortung", sagte Hillary Clinton vor dem außenpolitischen Ausschuss des Senats in Washington. Erneut hat die Außenministerin, die kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit steht, die Verantwortung für Fehler ihres Ministeriums im Zusammenhang mit dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi übernommen. Sie betonte, dass die Behörde bis zu ihrem Ausscheiden bemüht sei, die Sicherheit für diplomatische Einrichtungen der USA zu verbessern.

Gegen den Vorwurf der Republikaner, die US-Regierung habe die amerikanische Bevölkerung nach der Bengasi-Attacke in die Irre geführt, wehrte sie sich jedoch: "Nichts könnte weiter von der Wahrheit entfernt sein." Unmittelbar nach dem Angriff, habe die Regierung noch gar nicht "den vollen Überblick gehabt", so Clinton.

 Unzureichende Sicherheit der US-Botschaft

Im September vergangenen Jahres waren bei dem Angriff auf das Konsulat der amerikanische Botschafter Christopher Stevens und drei weitere Mitarbeiter getötet worden. Der Vorfall wurde erst Tage später von der US-Regierung als gezielter Terrorangriff eingestuft. Zunächst hatte es geheißen, die Attacke habe sich aus Protesten gegen einen in den USA produzierten islamkritischen Film entwickelt. Ein unabhängiger Untersuchungsausschuss war im Zuge der Untersuchungen des Anschlags zu dem Ergebnis gekommen, die Sicherheitsvorkehrungen im US-Konsulat seien "grob unzureichend" gewesen. Daraufhin mussten mehrere Mitarbeiter des Ministeriums ihre Posten räumen.

Clinton versprach alle Empfehlungen des Berichts umsetzen zu wollen. "Ich bin entschlossen, das Außenministerium und unser Land sicherer und stärker zurückzulassen", sagte die 65-jährige während der Anhörung. Einige republikanische Senatoren zeigten sich unzufrieden mit den Antworten Clintons.

John Kerry soll Clintons Nachfolger werden

Die Anhörung war eigentlich für vergangenen Dezember geplant, musste aber wegen des angeschlagenen Gesundheitszustands der Außenministerin verlegt werden. Der Auftritt am Mittwoch war für Clinton voraussichtlich der letzte im Kongress in ihrer Rolle als Außenministerin.

Die Frau des Ex-Präsidenten Bill Clinton und ehemalige Senatorin gibt nach einer Amtszeit ihren Posten freiwillig ab. Obwohl von ihr zurückgewiesen, halten sich Spekulationen, sie werde bei der Präsidentschaftswahl 2016 für die Demokraten antreten. Für ihre Nachfolge im Außenministerium hat Präsident Barack Obama den früheren Präsidentschaftskandidaten John Kerry nominiert. Seine Bestätigung durch den Senat gilt als sicher.

il/sc (afp, rtr, dpa)

Leichte deutsche Soldaten





 Noch vor Beginn des deutschen Einsatzes an den Patriot-Abwehrstellungen sind Bundeswehrsoldaten in der Türkei von NATO-Gegnern attackiert worden. Die Empörung ist groß, aber vielleicht war es nur ein Missverständnis.

Die fünf Bundeswehrsoldaten waren in Zivil unterwegs und kamen gerade aus einem Geschäft in der türkischen Hafenstadt Iskenderun, als eine Gruppe von etwa 40 Demonstranten damit begann, sie anzupöbeln. Einem Soldaten zogen sie einen Sack über den Kopf und beschimpften die Gruppe. Lokale Sicherheitskräfte konnten die Lage beruhigen und die Deutschen in ihre Quartiere zurückbringen.

Die Soldaten gehören nach Bundeswehrangaben nicht zu dem Kontingent, das zwei der insgesamt sechs Patriot-Raketenabwehrsysteme bedient, die der Türkei von der NATO zum Schutz gegen syrischen Beschuss zur Verfügung gestellt werden. Die Angegriffenen seien nur für das Entladen der Luftabwehrraketen vor Ort gewesen.




 Aktion radikaler Linker?

Verantwortlich für den Zwischenfall in Iskenderun ist nach türkischen Medienberichten offenbar die Jugendorganisation TGB der linksnationalistischen Partei IP ("Arbeiterpartei"). In den vergangenen Jahren haben TGB-Aktivisten mehrfach ausländische Soldaten und Touristen attackiert und ihnen Säcke über den Kopf gezogen. Sie lehnen den NATO-Einsatz in der Türkei ab.

 Das Verteidigungsministerium in Berlin protestierte scharf gegen den Angriff auf die Soldaten und sprach von einem "ernsten Vorfall". Man erwarte, dass die Sicherheit der deutschen Soldaten gewährleistet sei, wenn sie sich in türkischen Städten bewegten, sagte Ministeriumssprecher Stefan Paris. "Wir respektieren voll und ganz die Meinungsfreiheit in der Türkei, aber dass die Äußerung von Meinungsfreiheit in Gewalt umschlägt, ist nicht zu rechtfertigen und nicht akzeptabel."

Provokation oder Verwechslung?

Möglicherweise handelt es sich bei dem Angriff auf die deutschen Soldaten um eine Verwechslung: Augenzeugen berichten, die Demonstranten hätten sie für US-Soldaten gehalten. Von Seiten der Angreifer hieß es daraufhin, es sei für sie unerheblich, ob es sich um Deutsche oder US-Bürger handele, weil beide Länder NATO-Mitglied seien.

Die ebenfalls mit zwei Patriot-Systemen in der Türkei vertretenen Niederlande teilten nach dem Vorfall mit, sie hätten keine zusätzlichen Maßnahmen ergriffen, um ihre Soldaten im Süden der Türkei zu schützen, weil es an ihrem Einsatzort Adana keine Probleme gebe.

mak/sc (dpa, afpe, dapd)

Mehr Optimismus, bitte!





 Das Weltwirtschaftsforum in Davos will laut Eigenwerbung "den Zustand der Welt verbessern". Wie das geschehen soll, diskutieren Unternehmer, Politiker und Wissenschaftler in den Schweizer Bergen nun zum 43. Mal.

Noch im vergangenen Jahr war die Stimmung in Davos trübe. Die Schuldenkrise hatte Europa im Griff, ein Auseinanderbrechen der Eurozone schien vielen nicht nur möglich, sondern wahrscheinlich. Seitdem ist viel passiert: Griechenland wurde ein Teil seiner Schulden erlassen, die Euroländer spannten neue Rettungsschirme und die Europäische Zentralbank (EZB) erklärte, den Euro "mit allen Mitteln" verteidigen zu wollen.

Inzwischen hat sich die Lage wieder etwas beruhigt, das Ende der Gemeinschaftswährung scheint vorerst gebannt. Auch das Motto des diesjährigen Treffens in Davos zeugt von Widerstand: "Resilient Dynamism", was soviel heißt wie widerstandsfähige Dynamik. "Ich hoffe, dass Sie dieses Forum mit einer Vision verlassen, die über reines Krisenmanagement hinausgeht", sagte Klaus Schwab, Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, in seiner Begrüßungsrede an die rund 2500 Teilnehmer.

 Krisenprominenz

Die wichtigsten Akteure der europäischen Schuldenkrise saßen da noch nicht im Publikum, werden aber in den nächsten Tagen in Davos das Wort ergreifen: die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenso wie der italienische Premierminister Mario Monti, EZB-Chef Mario Draghi oder Christine Lagarde, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds IWF.

Russland, das zurzeit den Vorsitz im Club der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) innehat, ist in diesem Jahr in Davos besonders präsent. Premierminister Dmitri Medwedew sprach am Mittwoch (23.01.2012) in Davos als erster von zahlreichen anderen hochrangigen Politikern; die wirtschaftliche Lage des Landes wird in zahlreichen Runden diskutiert.

Auch Nigeria, Südafrika und viele andere Staaten sind hochrangig vertreten, sagt Borge Brende, Mitglied der Geschäftsführung des Forums: "Fast 50 Staats- und Regierungschefs nehmen in diesem Jahr am Weltwirtschaftsforum teil, das ist mehr als bisher." Hinzu kommen mehr als 350 Minister und Vertreter von Regierungen und internationalen Organisationen, darunter der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-Moon.

Google nicht zu finden

Auch Unternehmer aller Branchen und Länder sind nach Davos gekommen. Das Weltwirtschaftsforum finanziert sich vor allem durch die Mitgliedsbeiträge von rund 1000 Firmen, die pro Jahr umgerechnet zwischen 34.000 und 400.000 Euro zahlen. Allerdings hat der Suchmaschinenbetreiber Google, der in den vergangenen Jahren immer in Davos präsent war, seine Teilnahme dieses Mal ohne Angabe von Gründen abgesagt.

Nicht zu diesjährigen Rhethorik von Optimismus und Dynamik passt auch das Ergebnis einer Studie, die die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) am Vorabend der Eröffnung des Forums präsentierte. Demnach fällt die Zahl der Konzernchefs, die "sehr zuversichtlich" in die Zukunft blicken, in diesem Jahr deutlich niedriger aus als in den beiden Vorjahren.

Besonders pessimistisch zeigten sich die Unternehmer in Europa, wo nur noch jeder Fünfte sehr zuversichtlich ist. "Angesichts von Problemen wie Überreglementierung, Staatsverschuldung und Instabilität der Kapitalmärkte ist es keine Überraschung, dass die Zuversicht bei Unternehmenslenkern in den letzten zwölf Monaten gesunken ist", sagte PwC-Chef Dennis M. Nally.

Werbetrommel

Unabhängig von der Gemütslage bietet das Forum seinen Teilnehmern die Möglichkeit zum Austausch. Und natürlich ist es eine gute Gelegenheit, um die Werbetrommel zu rühren - sei es, um Investoren anzulocken, Kunden zu gewinnen oder für eine gute Sache zu werben.

So wie die südafrikanische Schauspielerin und Oscar-Gewinnerin Charlize Theron, die in Davos für ihr Engagement im Kampf gegen AIDS ausgezeichnet wurde. "Zwei Drittel aller Aids-Opfer weltweit sterben in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara", so Theron. "Die Medizin hat bei der Behandlung und Präventionen von AIDS große Fortschritte gemacht, aber der Kampf ist noch lange nicht vorbei."

Reine Eitelkeit?

Trotz der versammelten Prominenz aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wird auch dieses Forum ohne klares Ergebnis und feste Beschlüsse enden - dazu haben weder Veranstalter noch Teilnehmer ein Mandat. Dem Forum wird daher oft vorgeworfen, es sei eine Veranstaltung, auf der Manager und Politiker ihre Eitelkeit befriedigen.

Das sei es auch, aber "nicht nur", so Forumsgründer Klaus Schwab. Er fasst seine Erwartungen an das Forum so zusammen: "Ich wünsche allen Teilnehmern, dass sie nach dem Forum dynamischer, optimistischer, widerstandsfähiger und leidenschaftlicher sind als zuvor. Und dass sie etwas besser verstehen, was in der Welt vorgeht."

Dienstag, 22. Januar 2013

50 Jahre Elysee-Vertrag





Für Deutschland und Frankreich markierte die Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 1963 einen Meilenstein ihrer Beziehungen. Der Vertrag begründete eine enge Freundschaft und Zusammenarbeit.

Es ist ein ganz besonderes deutsch-französisches Rendezvous: Am 22. Januar 2013 wird das Reichstagsgebäude in Berlin zur Begegnungsstätte für die Parlamente und Regierungen der beiden Nachbarländer. Im Plenarsaal kommen dann die Abgeordneten des Deutschen Bundestags und der französischen Nationalversammlung zu einer gemeinsamen Sitzung zusammen. Auch der französische Staatspräsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel, die beide eine Rede halten, werden erwartet.

Mit dem politischen Festakt in Berlin feiern Deutschland und Frankreich den 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags (22. Januar 1963) und erinnern an den Beginn ihrer Partnerschaft. Mit dem Vertrag, unterzeichnet von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle, stellten die beiden Staaten ihre durch mehrere Kriege belasteten Beziehungen auf eine neue Grundlage. Das Abkommen entwickelte sich zu einem Fundament für eine intensive bilaterale Zusammenarbeit in Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Auch für die europäische Einigung leistete die deutsch-französische Aussöhnung und Freundschaft einen wichtigen Beitrag. Gewürdigt wurde dies 2012 bei der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Europäische Union.

Für Andreas Schockenhoff, den Vorsitzenden der deutsch-französischen Parlamentariergruppe, ist die gemeinsame Sitzung der beiden Parlamente in Berlin einzigartig: „Ich kenne weltweit kein anderes Beispiel dafür.“ Die Sitzung sei weit mehr als ein förmlicher Akt. Sie zeige, „dass die deutsch-französische Zusammenarbeit eine ganz andere, ganz eigene Qualität hat“, sagte Schockenhoff der Zeitung „Das Parlament“. Auf politischer Ebene bildet der Berliner Festakt vom 22. Januar 2013 den Höhepunkt des deutsch-französischen Jahres 2012/2013.

Mit dem Jahr und seinen zahlreichen Veranstaltungen soll vor allen die junge Generation angesprochen werden. Auch deshalb veranstaltet das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) zum 50. Jahrestag des Élysée-Vertrags in Berlin bis zum 23. Januar 2013 ein viertägiges Jugendforum. Rund 150 Jugendliche aus Frankreich, Deutschland und weiteren Partnerländern des DFJW diskutieren unter anderem die Frage, wie sich junge Menschen in die deutsch-französischen und gesamteuropäischen Debatten einbringen können.

Festakt zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 2013 in Berlin

www.elysee50.de

www.deutschland-frankreich.diplo.de

intensive Zusammenarbeit

Deutschland und Frankreich feiern den 50. Jahrestag ihres 1963 geschlossenen Freundschaftsvertrags. Drei Fragen an den Beauftragten für die deutsch-französische Zusammenarbeit, Staatsminister Michael Georg Link (im Bild rechts, zusammen mit seinem französischen Kollegen, Europaminister Bernard Cazeneuve).

Herr Staatsminister, am 22. Januar 2013 feiern Frankreich und Deutschland 50 Jahre Unterzeichnung des Élysée-Vertrags. Das Dokument ist das Fundament der Freundschaft beider Staaten und Ausgangspunkt für eine enge Partnerschaft. Was macht die bilateralen Beziehungen so besonders und warum ist die deutsch-französische Zusammenarbeit heute auch innerhalb der Europäischen Union so wichtig?

Link: Dichte, Vertrauen und Intensität machen die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich einzigartig. Beide Länder sind Motoren der EU und Vorbild der Aussöhnung der Völker. Politisch ist für uns die enge Abstimmung mit Frankreich inzwischen natürlicher Reflex. Wirtschaftlich sind beide Länder füreinander mit großem Abstand die wichtigsten Exportmärkte. In Zeiten der Globalisierung brauchen wir einander, um gemeinsam in einer handlungsfähigen EU europäische Werte in der Welt zu verteidigen.

Eine Herausforderung für die Zukunft der deutsch-französischen Zusammenarbeit ist es, junge Menschen für die Kultur und Sprache des Nachbarlands zu begeistern. Wie beurteilen Sie das gegenseitige Interesse? Und mit welchen Angeboten wollen die beiden Regierungen den Austausch weiter fördern?

Seit 1963 haben allein über acht Millionen junge Deutsche und Franzosen an einem durch das Deutsch-Französische Jugendwerk organisierten Austausch teilgenommen. Die Förderung der Sprachkenntnisse ist uns natürlich besonders wichtig. Inzwischen gibt es unzählige bilinguale Kindergärten, Schulen und Hochschulen. In Zukunft wollen wir vor allem die gemeinsame Berufsausbildung und das Sprachangebot an Berufsschulen weiter ausbauen.

Um der Zusammenarbeit neue Impulse zu geben, haben die beiden Regierungen 2012/2013 zum Deutsch-Französischen Jahr erklärt. Welche gemeinsamen Veranstaltungen und Projekte sind geplant? Welche Auswirkungen erhoffen Sie sich von dem Jahr?

Im Deutsch-Französischen Jahr werden allein in Deutschland mehr als 200 Veranstaltungen stattfinden, von wissenschaftlichen Tagungen über Kunstausstellungen bis zu Stadtfesten. Am Jubiläumstag selbst, dem 22. Januar 2013, treffen sich beide Parlamente und Regierungen in Berlin. Das Jubiläumsjahr soll besonders bei jungen Menschen das Interesse für die deutsch-französische Freundschaft fördern, denn diese Freundschaft ist keine Selbstverständlichkeit, sondern muss in jeder Generation neu begründet werden.

Festakt zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags am 22. Januar 2013 in Berlin

www.elysee50.de

www.deutschland-frankreich.diplo.de

EU by imposing a tax on financial transactions





 A group of EU countries plans to get their financial transaction tax, in spite of the strong opposition of several countries. "Enhanced cooperation" makes it possible for nine or more countries to work together.

The introduction of a financial transaction tax in part of the European Union is moving closer. At a meeting of EU finance ministers in Brussels on Tuesday (22.01.2013), eleven countries decided to proceed with the idea on the basis of what's known as "enhanced cooperation," which allows a group of more than nine countries to work together without the rest.

An attempt to introduce the tax over the whole EU failed last year, with Britain and Sweden particularly strongly opposed, since they feared that the tax would put them at a competitive disadvantage.

"Enhanced cooperation" means that their veto no longer stops the idea from being implemented at all. So far, Germany, France, Belgium, Estonia, Greece, Spain, Italy, Austria, Portugal, Slovenia and Slovakia have joined up, and the others can do so later.

The Irish finance minister, Michael Noonan, who currently holds the rotating chair of the finance ministers' meeting, warned against excessive expectations with respect to the speed with which the tax would come.

"Today was about process," he said. "It was about moving the financial transaction tax forward through enhanced cooperation, but it wasn't about the content or the substance of any financial transaction tax that may come in."

Now, the European Commission has to make proposals as to the details – among them, the important issue of where the income generated by the tax should go. The tax can only come into operation when the countries involved have agreed unanimously to the details.

Commission expects huge revenues




The EU tax commissioner, Algirdas Semeta, rejoiced at what he called a "milestone" for Europe, and forecast revenues in the double digit billions. And he used the opportunity to make the case to member countries for his proposals on battling tax evasion and tax fraud.

He said the battle would pay off in two ways: "Not only can it help recapture some of the one trillion euros a year we are losing in public revenues, but it will ensure fairer taxation at the individual, corporate, member state and global level."

Critics doubt that so much money is involved, either for the transaction tax or for the tax evasion strategy.

The panic is over

Meanwhile, the finance ministers seemed to be feeling more at ease. Even Anders Borg of Sweden, who has often attacked the "reform-resistant" southern states, seemed to be happy: "I think there's a general feeling of optimism now. Everyone feels that things are improving, that countries are doing what they should be doing – including Greece – so let's hope for the best."

EU Currency Commissioner Olli Rehn was certainly optimistic: the existential problems of the currency union were a thing of the past, market tensions had eased and confidence had begun to return. But he warned against complacency: "With more than 26 million Europeans unemployed, and businesses still struggling to obtain the credit they need to invest and grow, it is clear that we still have a great deal of work to do to ensure that Europe can move from stabilization to sustained recovery."

Rehn is prepared to see Ireland and Portugal pay their rescue loans back later than originally agreed. The two countries want to follow Greece's example and improve the conditions of their rescue packages. Not every EU member is prepared to help them. But Rehn said, "It is indeed in the very fundamental interest not only of the two countries but of the whole European Union that Ireland and Portugal will successfully return to market funding."

The issue will not be decided until March.




The Spanish finance minister, Luis de Grindos, was the only one not to vote in favor of Jeroen Dijsselbloem as new head of the Eurogroup on Monday, and he's now explained why. He said it had nothing to do with Dijsselbloem or his policies, but he felt that Spain was under-represented in European institutions, and that this was "unjust." All the same, Spain would work "closely and amicably with the new president, since we are all in the same boat."

Many people believe that Spain wanted to use its abstention to protest against the fact that it is the countries with AAA ratings which have most of the important financial positions in the EU, and that the weaker countries are being pushed to the side.

The strong countries deny any such strategy, but Spain still feels humiliated. And the latest reports confirm Spain's weakness – it's now at the bottom of the list on youth unemployment, with 57 percent, even below Greece, and the Commission has warned once more that it is failing to meet its commitments on budget consolidation. Spain is doing so badly that, a few months ago, the Commission officially reduced its budget targets.

Sonntag, 20. Januar 2013

Bieten eine beeindruckende

Die Internationale Grüne Woche in Berlin überrascht mit Spezialitäten aus der ganzen Welt. Mit rund 100.000 Nahrungs- und Genussmitteln ist die führende Messe für Landwirtschaft und Ernährung ein einzigartiges Geschmackserlebnis.

Mehr als 1.500 Aussteller aus 56 Ländern, rund 420.000 Besucher in zehn Tagen, und das alles auf insgesamt 115.000 Quadratmetern Fläche: Die Internationale Grüne Woche Berlin ist tatsächlich eine Veranstaltung der Superlative. Sie gilt als eine der wichtigsten Messen im Bereich Landwirtschaft und Nahrungsmittelproduktion weltweit. Die Vielfalt der dargebotenen Produkte ist enorm. Von Räucherfisch über Qualitätsweine bis hin zu Gewürzen und Küchenutensilien ist alles dabei. Mittlerweile nehmen auch Anbieter aus den Bereichen Gartengestaltung, Jagd- und Anglerbedarf sowie Haushaltsgeräte teil. Sogar die Touristik-Branche und erneuerbare Energien sind bei der Grünen Woche zunehmend vertreten.

Die Leistungsschau findet seit 1926 statt, in der Regel jährlich. Anfangs diente die Messe als Begleitung zur Jahrestagung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft, doch schon bald bekam sie einen eigenständigen Charakter und entwickelte sich mit immer mehr ausländischen Ausstellern zum internationalen Branchentreff. In diesem Jahr findet die Veranstaltung vom 18. bis zum 27. Januar 2013 auf dem Berliner Messegelände am Funkturm statt.

Aktuelles Partnerland sind die Niederlande, die ihren Messeauftritt unter das Motto „Qualität wächst in Holland“ gestellt haben und 2013 ihre 60. Teilnahme an der Grünen Woche feiern. Das Land ist für Deutschland ein sehr wichtiger Handelspartner. Rund 26 Prozent ihrer Agrar-Exporte liefern die niederländischen Produzenten nach Deutschland. Käse, Butter und Matjes aus Holland sind in Deutschland längst in aller Munde, doch auch weniger bekannte Qualitätsprodukte wie Austern und Bio-Geflügel werden von den westlichen Nachbarn bezogen. Solche Köstlichkeiten gibt es für die Besucher der Grünen Woche selbstverständlich auch zum Verkosten. Damit alle auf den Geschmack kommen können.

Internationale Grüne Woche vom 18. bis 27. Januar 2013 in Berlin

www.gruenewoche.de

Zum Nutzen der Weltbevölkerung

Auf dem Global Forum for Food and Agriculture in Berlin diskutieren Politiker, Wirtschaftsvertreter und Wissenschaftler über wichtige Zukunftsfragen – die weltweite Ernährungssicherheit und die ländliche Entwicklung.

Die Herausforderung ist gewaltig: Mehr als neun Milliarden Menschen dürften im Jahr 2050 auf der Erde leben, und alle müssen satt werden. Doch es ist heute schon schwierig, für die Weltbevölkerung von derzeit rund sieben Milliarden Menschen eine ausreichende Ernährung zu sichern. Was tun?

Mit dieser zentralen Frage und den damit verbundenen Themen befasst sich vom 17. bis 19. Januar 2013 zum fünften Mal in Berlin das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA). Diese internationale Veranstaltung im Rahmen der „Internationalen Grünen Woche“ bringt Politiker mit Vertretern der Wirtschaft und Wissenschaftlern auf einer Diskussionsplattform zusammen, um gemeinsam nach neuen Ansätzen für die Zukunft der globalen Nahrungsmittelproduktion zu suchen. Herzstück des Programms ist das Internationale GFFA Podium mit circa 1.400 Teilnehmern aus aller Welt, welches vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) ausgerichtet wird. Erstmalig veranstalten die Afrikanische Union, die Food and Agricultural Organization (FAO) der Vereinten Nationen und die Organisation for Economic Co-Operation and Development (OECD) begleitende, öffentliche Arbeitssitzungen. Deren Ergebnisse sollen auch in den am 19. Januar 2013 im Auswärtigen Amt stattfindenden Berliner Agrarministergipfel sowie in das Internationale Wirtschaftspodium einfließen.

Schwerpunkt des GFFA 2013 sind verantwortungsvolle Investitionen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Bis Mitte des Jahrhunderts dürften, um eine globale Ernährungssicherheit zu gewährleisten, nach Expertenmeinung jedes Jahr mindestens 83 Milliarden US-Dollar benötigt werden. Viele Staaten können die erforderlichen Mittel nicht selber aufbringen. Sie sind auf Auslandsinvestitionen angewiesen. Solche fließen zwar schon jetzt, aber die Auswirkungen sind oft umstritten. Kleinbauern werden bei Landverkäufen vertrieben, und der Anbau von Energiepflanzen konkurriert zunehmend mit der Produktion von Grundnahrungsmitteln. Deshalb müssen sinnvolle Finanzierungsstrategien aufgebaut werden, von denen sowohl die Bevölkerung wie auch die Investoren dauerhaft profitieren.

Global Forum for Food and Agriculture vom 17. bis 19. Januar 2013 in Berlin

www.gffa-berlin.de

In Action Against Hunger

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt weltweit Projekte zur Verbesserung der Ernährungssituation und der ländlichen Entwicklung. Ein Beispiel aus Afrika.

Die Region Karamoja im Nordosten Ugandas ist ein unwirtlicher Landstrich. Trockenheit prägt das Gebiet, und die Dürre-Häufigkeit hat in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen, wahrscheinlich infolge des Klimawandels. Für die Bewohner des Karamoja stellt der Niederschlagsmangel eine wachsende Gefahr dar. Das Volk der Karimojong lebt seit hunderten von Jahren als Viehhirten in der Region. Kühe sind ihr Kapital, und zugleich ihre wichtigste Ressource, denn Milch ist hier Grundnahrungsmittel. Die Herden verursachen jedoch auch ökologische Schäden. Durch Überweidung wird die fortschreitende Wüstenbildung verstärkt, weite Teile des Landes verkommen zur Wüste. Die Hirten zerstören zunehmend ihre eigene Lebensgrundlage.

Die stetig steigende Bevölkerungsdichte verschärft die Probleme. Inzwischen leiden tausende Menschen in Karamoja an Unter- oder Mangelernährung. Betroffen sind, wie so oft, vor allem die Kinder. Internationale Organisationen haben die Menschen zwar immer wieder mit Hilfslieferungen notdürftig versorgt, doch das kann keine Dauerlösung sein. Um den Karimojong neue Zukunftsperspektiven zu eröffnen, wurde versucht, ihre Nahrungsmittelproduktion stärker auf Ackerbau auszurichten.

Ein 2009 gestartetes Projekt der Welthungerhilfe und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) zielt darauf ab, die Lebensumstände der Karimojong nachhaltig zu verbessern. Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen des globalen Programms zur Ernährungssicherung finanziert. Die Helfer verfolgen dabei einen doppelten Ansatz. Zum einen soll die regionale landwirtschaftliche Produktion durch verbesserte Anbaumethoden, die Verwendung von trockenheitsresistenten Saatgut-Sorten sowie durch effizientere Bewässerung gesteigert und die Vermarktungsmöglichkeiten durch Infrastrukturmaßnahmen verbessert werden. Zugleich wird versucht, bei der Konfliktlösung zwischen den Clans neue, friedliche Wege zu gehen. Erste positive Ergebnisse sind bereits sichtbar.

www.giz.de

www.bmz.de

Wie Eat Deutschland?

Mehr Gemüse, aber weniger Obst und insgesamt zu viel Fleisch: In ihrem neuesten Ernährungsbericht hat die Deutsche Gesellschaft für Ernährung die Essgewohnheiten der Deutschen untersucht.



Würde man einen Menschen aus dem Mittelalter in unsere Zeit versetzen, er würde glauben, er sei im Schlaraffenland gelandet: Köstliche, reichhaltige Nahrung im Überfluss, für (fast) jeden erschwinglich. Ein Traum, oder? Eigentlich schon. Doch das üppige Angebot hat leider auch seine Schattenseiten. Seit Jahrzehnten leidet Deutschland unter einer regelrechten Adipositas-Epidemie, und auch die Häufigkeit von Diabetes Typ II nimmt in beunruhigender Weise zu. Die Ursachen sind mangelnde körperliche Betätigung, kombiniert mit einem zu hohen Verzehr kalorienreicher Speisen und Getränke. In großen Teilen der Bevölkerung.

Dem aktuellen, im Dezember 2012 veröffentlichten 12. Ernährungsbericht zufolge nehmen deutsche Männer durchschnittlich 2.252 Kilokalorien (kcal) täglich zu sich, Frauen 1.683 kcal am Tag. 36 beziehungsweise 34 Prozent davon werden in Form von Fetten konsumiert. Ein bedenklich hoher Anteil, vor allem, weil diese Mengen zum übergroßen Teil aus gesättigten Fettsäuren bestehen. Die Studie wurde von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorgelegt. Ihre Experten bemängeln vor allem den sehr hohen Fleischverzehr. Dieser trage zwar zu einer guten Versorgung mit Proteinen sowie einigen Vitaminen und Spurenelementen bei, führe aber zu einer übermäßigen Aufnahme von Cholesterin und gesättigten Fettsäuren. Abgesehen davon erhöht üppiger Fleischkonsum das Darmkrebs-Risiko. Mehr als 300 bis 600 Gramm Fleisch pro Woche sollte man nicht essen, raten die DGE-Fachleute. Zurzeit verspeisen deutsche Frauen gut 570 Gramm Fleisch wöchentlich und Männer etwa das Doppelte.

In den vergangenen zwölf Jahren hat der Gemüseverzehr leicht zugenommen, während der Obstkonsum ein wenig gesunken ist. Da auch der Verbrauch von Vollkorn-Getreide noch zu gering ist, erreicht der größte Teil der Menschen in Deutschland nicht den Richtwert für die Ballaststoffe-Zufuhr von 30 Gramm täglich. Erfreulich ist dagegen der weiterhin sinkende Alkoholkonsum. Ihren Durst löschen die Deutschen immer öfter mit Mineralwasser. Kritisch sieht die DGE jedoch den zunehmenden Verzehr von zuckerhaltigen Getränken.

Internationale Grüne Woche vom 18. bis 27. Januar 2013 in Berlin

www.dge.de

Donnerstag, 17. Januar 2013

Fecal Transplantationen: Behandlung Ekel heilen Darmerkrankungen...


Die Therapie klingt ekelerregend - doch sie ist eine Hoffnung für viele chronisch Kranke: Ärzte haben Darmpatienten geheilt, indem sie ihnen Stuhlproben von gesunden Spendern verpflanzten. Künftig könnte eine Kapsel die Fäkalien-Transplantation ersetzen.

Pferdedoktoren nannten die Therapie "Transfaunierung": Einem Ross mit Darmkoliken flößt man eine Brühe ein, die man mit den Pferdeäpfeln eines gesunden Tieres angerührt hat. Was einst Pferden vorbehalten war, erobert nun die Humanmedizin.

In vielen Ländern gehen Gastroenterologen dazu über, bestimmten Patienten den Stuhl gesunder Menschen einzuflößen. Das verpflanzte Material enthält Milliarden nützlicher Darmbakterien, die den Empfänger wieder gesund machen sollen. Das jüngste Beispiel einer erfolgreichen Fäkaltherapie beschreiben Amsterdamer Ärzte um Josbert Keller jetzt im renommierten "New England Journal of Medicine".

In ihrer Studie ging es um Menschen, in deren Darm sich der berüchtigte Durchfallkeim Clostridium difficile ausgebreitet hatte. Das Bakterium entzündet die Darmwand und stellt Proteine her, die eine abführende Wirkung haben. Die Auszehrung kann tödlich enden, allein in Deutschland sterben jedes Jahr etwa 400 Menschen an einer Clostridium-Infektion.

Übertragung per Nasensonde

Ein Teil der Patienten in Amsterdam wurde herkömmlich behandelt, mit einem Antibiotikum, das die zählebigen Durchfallkeime bekämpfen sollte. Andere Probanden dagegen bekamen eine Stuhlprobe von gesunden Spendern aus der Verwandtschaft. Das Material wurde mit Salzlösung verflüssigt und schließlich mittels einer Nasensonde bis in den Darm gebracht.

Das Ergebnis: Vier von 13 mit Antibiotika behandelten Probanden wurden gesund. Die Fäkaltherapie dagegen heilte 15 von 16 Patienten. Als diese Daten bekannt wurden, brachen die Ärzte die Studie ab. Es schien ihnen unethisch, einem Teil der Probanden die Heilkraft des Stuhls länger vorzuenthalten.

Dem Ergebnis aus Amsterdam können viele ähnliche Erfolge zur Seite gestellt werden. Mehr als 200 Fälle haben Mediziner inzwischen beschrieben - die Erfolgsrate lag bei mehr als 90 Prozent. Und auch bei anderen Leiden, bei denen eine aus der Balance geratene Darmflora womöglich eine Rolle spielt, erproben Ärzte die Fäkaltherapie. Sie haben die Bakterien bereits Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (Colitis ulcerosa, Reizdarm und Fettleibigkeit) transplantiert.

Einige Kritiker fürchten jedoch, dass durch die Übertragung des Stuhls, dem Patienten neben den heilbringenden Bakterien gefährliche Erreger untergejubelt werden könnten. Doch um sicherzugehen, haben die Amsterdamer Ärzte das Material vor der Transplantation auf Parasiten, Bandwürmer und andere Krankheitserreger hin untersucht.

"Die natürliche Abneigung gegen die Fäkaltherapie" könne verringert werden, indem man den Patienten anonymes Material aus Spenderbanken anböte, schreibt der US-Arzt Ciarán Kelly in einem Editorial zum Artikel der Amsterdamer. Andere Forscher wie der Mikrobiologe Willem de Vos von der Universität Wageningen dagegen wollen die segensreichen Darmbakterien als unverfängliche Kapsel darreichen. Derzeit sucht de Vos nach Bakterienstämmen, die dafür besonders gut geeignet sein könnten.

Für all jene, die auf die Stuhl-Bank und die Fäkal-Pille nicht warten wollen oder können, hat der kanadische Gastroenterologe Michael Silverman eine "Do-it-yourself"-Anleitung im Magazin "Clinical Gastroenterology and Hepatology" veröffentlicht. Diese beschreibt, wie man seinen Darm eigenhändig rekolonisieren kann. Man benötigt, neben der Spende, Kochsalzlösung, Handrührgerät und Einlaufbeutel.

Katholische Krankenhäuser und Vergewaltigung: Ablehnung im Namen Gottes

Eine 25-Jährige wurde möglicherweise vergewaltigt und sollte untersucht werden - doch zwei katholische Kliniken in Köln wiesen die Patientin ab. Ein bedauerlicher Einzelfall, heißt es nun. Doch der Vorgang zeigt, welches Klima in den Kliniken des Erzbistums zu herrschen scheint.

Köln - Als die 25-Jährige die Praxis betritt, ist sie aufgelöst, weint, hat Schmerzen, ihre Kleidung ist verdreckt. So jedenfalls erinnert sich die Ärztin Irmgard Maiworm, die am 15. Dezember 2012 den Notdienst im Kölner Stadtbezirk Nippes macht. Die Frau erscheint in Begleitung ihrer Mutter und beginnt zu erzählen: Kurz zuvor sei sie auf einer Parkbank aufgewacht, wie sie dort gelandet sei, wisse sie nicht, doch sie habe Schwindelgefühle und verspüre ein Stechen im Unterleib. "Bei den Symptomen lag es nahe, dass die junge Frau mit K.-o.-Tropfen betäubt wurde", so Maiworm. Auch eine Vergewaltigung kann die Medizinerin nicht ausschließen.

Daher soll eine gynäkologische Untersuchung Gewissheit bringen. Zudem möchte Maiworm, dass Spuren einer möglichen Straftat gesichert werden. Seit Juli 2011 gibt es in Köln das Projekt ASS. Dabei können Vergewaltigungsopfer nach der Tat Spuren sammeln und anonym aufbewahren lassen - um anschließend in Ruhe zu entscheiden, ob sie eine Anzeige bei der Polizei erstatten wollen.

Ein Kollege Maiworms ruft also in der benachbarten Klinik an, dem St. Vinzenz-Hospital. Die Zusammenarbeit sei bisher sehr gut gewesen, sagt die Ärztin. Doch nach dem Telefonat ist ihr Kollege fassungslos - die Klinik hat eine Untersuchung abgelehnt. Die Begründung: Seit zwei Monaten gebe es eine Weisung, dass entsprechende Untersuchungen nicht mehr stattfinden dürften. Schließlich müsse man dabei auch über eine mögliche Schwangerschaft, einen Abbruch und die Pille danach sprechen. Abtreibung jedoch lehnt die katholische Kirche strikt ab - und sie ist Träger der Klinik.

"Sie war unsicher und ängstlich"

Der Gynäkologin aus dem St. Vinzenz-Hospital macht Maiworm keinen Vorwurf: "Sie war unsicher und ängstlich. Einerseits wollte sie helfen, andererseits hat sie einen Arbeitsvertrag unterschrieben und muss daher der Weisung folgen." Eine Kollegin sei bereits entlassen worden, weil sie sich der Regelung widersetzt habe, habe die Ärztin ihr gesagt, so Maiworm.

Maiworms Kollege ruft im Heilig Geist-Krankenhaus an, um die Spurensicherung dort vornehmen zu lassen, doch auch diese Klinik wird von der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria geführt. Die Helfer erhalten eine "fast wortgleiche Antwort", erinnert sich Maiworm.

Die 25-Jährige wird schließlich im Evangelischen Krankenhaus Kalk untersucht. "Das war selbstverständlich", so Wolfgang Maurer, Chefarzt der dortigen Frauenklinik. Man habe es schließlich mit jemandem zu tun gehabt, dem geholfen werden musste, "unabhängig von der eigenen Weltanschauung". Die junge Frau ist nach Maurers Einschätzung die erste Patientin, die von einem Krankenhaus in katholischer Trägerschaft abgewiesen wurde. Auch von einer Weisung, die es dort seit zwei Monaten geben soll, sei ihm bisher nichts bekannt gewesen, sagt er.

Bedauern über ein Missverständnis

Tatsächlich hat das klinische Ethikkomitee der Hospitalvereinigung Anfang November 2012 eine Stellungnahme für die Behandlung und Versorgung bei einem vermuteten Sexualdelikt verabschiedet. Es soll den Ärzten als eine Art Handbuch dienen und Sicherheit bei ethischen Fragestellungen geben, wie es darin heißt.

Auf der Pressekonferenz der Stiftung der Cellitinnen zur hl. Maria ist am Donnerstagnachmittag dennoch vielfach von "Missverständnissen" und "Kommunikationsproblemen" die Rede. Zwar bestätigt ein Sprecher, dass die Frau tatsächlich in den beiden Häusern nicht behandelt worden sei. "Das ist jedoch nicht Ausdruck einer grundsätzlichen Haltung, sondern ein bedauerlicher Einzelfall", so Christoph Leiden.

Offenbar seien die jeweiligen Assistenzärzte, darunter offenbar eine junge Medizinerin im zweiten Weiterbildungsjahr, mit der Situation überfordert gewesen. Auslöser der Verunsicherung war den Angaben zufolge die neue Stellungnahme der Ethikkommission, in denen Empfehlungen für den Umgang mit Opfern sexuellen Missbrauchs schriftlich fixiert worden waren. Unklar ist allerdings, was genau die Irritationen verursachte, soll das Dokument doch angeblich lediglich die bislang gängige Praxis festhalten.

"Vollumfänglich versorgt"

Demnach werden Frauen, die vergewaltigt worden sind, in den betreffenden katholischen Krankenhäusern "vollumfänglich medizinisch versorgt", wie Sprecher Leiden sagt. Lediglich die Pille danach könne nicht verschrieben werden, weil das Medikament gegen die moraltheologischen Grundsätze der katholischen Kirche verstoße. Nach Auskunft der Chefärztin des St. Vinzenz-Hospitals, Wencke Ruhwedel, überweist ihr Haus daher seit Jahren betroffene Frauen, die sich zu diesem Schritt entschlossen haben, an andere Ärzte.

Darstellungen, einem Mediziner sei gekündigt worden, weil er gegen die in der Stellungnahme des Ethikrats formulierten Leitlinien verstoßen habe, weisen die Klinik-Offiziellen entschieden zurück. "Das kann ich ausschließen", so der Geschäftsführer des St. Vinzenz-Hospitals, André Meiser. Auch habe es keinesfalls eine generelle Anweisung gegeben, Opfer von Sexualdelikten nicht zu behandeln. Jedoch sei es ein Fehler gewesen, die Empfehlungen des Ethikrats nicht intensiver in der Belegschaft zu diskutieren. Das werde man nachholen. 

Offenkundig herrscht in den betreffenden Kliniken des als besonders konservativ geltenden Kölner Erzbistums jedoch ein Klima, das eigenverantwortlichem Handeln nicht unbedingt zuträglich ist. Auch Irmgard Kopetzky vom Verein Notruf für vergewaltigte Frauen in Köln stellt fest, dass zahlreiche Ärzte an den betreffenden Krankenhäusern "offenkundig verunsichert" seien und nicht mehr wüssten, wie sie Missbrauchsopfer behandeln sollten.

Darf ein christliches Dogma die Entscheidung eines Arztes beeinflussen? Dies sei in den betroffenen Kölner Kliniken "offensichtlich ein Konflikt", sagt Michael Helmkamp vom Marburger Bund in Nordrhein-Westfalen. Die Mediziner befinden sich demnach in einem grundsätzlichen Dilemma: Sie müssen in Einzelfällen abwägen, ob das, was aus ärztlicher Sicht geboten ist, auch mit den Grundprinzipien der katholischen Kirche in Einklang zu bringen ist. In letzter Konsequenz sollten sich Mediziner daher fragen: "Möchte ich unter diesen Bedingungen arbeiten?"

Das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium will nun klären, ob an den Kölner Kliniken gegen gesetzliche Regelungen verstoßen worden ist. Dazu müsse jedoch zunächst, so heißt es in einer Mitteilung, der Sachverhalt zweifelsfrei aufgeklärt werden.

Akromegalie: Riesenwüchsige Frau stirbt an Organversagen

Bis ins Teenageralter entwickelte sich Tanya Angus normal. Dann ließ ein Tumor im Kopf die US-Amerikanerin unkontrolliert wachsen - sie war 2,18 Meter groß und 180 Kilogramm schwer. Jetzt starb die 34-Jährige an Organversagen.
Der letzte Eintrag in Tanya Angus' Blog ist die Meldung ihres eigenen Todes. Ihre Patentante Tina Valle schreibt, Angus sei am Mittag des 14. Januar gestorben. Die US-Amerikanerin aus Las Vegas wurde nur 34 Jahre alt - ihr Tod war am Ende eine Frage der Zeit. Dass sie im November noch ihren letzten Geburtstag feiern konnte, war schon eine Überraschung.

Ein Tumor im Kopf hatte Tanya Angus jahrelang unkontrolliert wachsen lassen, bis ihre Organe jetzt versagten und sie offenbar an Herzschwäche oder den Folgen eines Schlaganfalls verstorben is

Es gibt ein Foto der 16 Jahre alten Tanya, auf dem sie im Bikini am Strand steht. Zu sehen ist ein normaler Teenager. Das Bild entstand Jahre, bevor Tanya Angus auffiel, dass ihre Schuhe nicht mehr passten und sie regelmäßig neue Kleider benötigte.

Ärzte entdeckten bei Angus einen Tumor, der auf die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) drückt. Die Drüse setzte dadurch unkontrolliert Hormone frei. Bei Angus war es das Wachstumshormon Somatotropin, das auch bei Erwachsenen den Körper weiterwachsen lässt.

Im Fachjargon heißt die Krankheit Akromegalie, weil vor allem Hände, Füße, Nase und Ohren auffällig wachsen. Bleibt es wie bei Tanya Angus nicht dabei, sondern wächst der ganze Mensch überproportional, sprechen Mediziner von Gigantismus - Riesenwuchs. Tanya Angus trieb das außer Kontrolle geratene Hormon von einer Körpergröße von ehemals 1,73 Metern bis auf 2,18 Meter. Die früher schlanke Frau wog zuletzt mehr als 180 Kilogramm.

Wachstum trotz mehrfacher Operationen

Bei vielen Patienten kann das Wachstum gestoppt werden, indem Ärzte das gutartige Geschwulst an der Hirnanhangsdrüse entfernen. Auch Tanya Angus wurde mehrfach operiert - allerdings konnten die Mediziner den Tumor offensichtlich nie ganz beseitigen. Das von Tanyas Patentante betriebene Blog berichtet, eine vollständige Entfernung des Geschwulsts hätte sie unter Umständen nicht überlebt. Jahrelang versuchten ihre behandelnden Ärzte, das Wachstumshormon mit Hilfe von Medikamenten zu bremsen - doch die Patientin wuchs immer weiter.

Während Tanya Angus in den mehr als zehn Jahren seit ihrer Diagnose zunehmend Schmerzen und die Auswirkungen des Wachstums auf ihre Organe plagten, wurde sie zu einer Fürsprecherin von Betroffenen. Sie engagierte sich im US-Selbsthilfeverein von Patienten mit Hypophysentumoren, trat in verschiedenen Fernsehsendungen auf und ließ die Öffentlichkeit über ihr Blog an ihrem Leben teilhaben.

Bereits 2011 erlitt Angus einen Schlaganfall, von dem sie sich nur teilweise erholte. Nichtsdestotrotz trat sie weiter in Fernsehsendungen auf, um für die Anliegen betroffener Patienten zu werben. Sie musste mehrfach wegen Thrombosen im Krankenhaus behandelt werden, zudem quälten sie zunehmend Schmerzen. Der Bericht eines lokalen Fernsehsenders zeigt sie 2012 im Pool beim Schwimmen. "Das hier ist der einzige Ort, der einzige Moment, an dem ich keine Schmerzen spüre", sagt Angus in dem Bericht.

Erst im Sommer 2012 konnte Angus hoffen, ihren Ärzten war es gelungen, das Wachstumshormon mit Hilfe von Medikamenten einzudämmen. Nachdem der Tumor eine Weile nicht weitergewachsen war, dachten ihre Ärzte laut Angus' Blog über eine erneute Operation nach. Nur wenige Monate später folgte allerdings der nächste Rückschlag: Der Blutspiegel des Hormons war wieder extrem angestiegen.

Seltene Krankheit, eigentlich gut heilbar

Akromegalie ist eine seltene Krankheit - zwischen drei und vier Menschen unter einer Million erkranken daran. Eigentlich ist die Hormonstörung mit einer heikel anmutenden Operation gut heilbar: Ein Großteil der Tumore wird durch die Nase operiert, wo die Hypophyse wenige Millimeter entfernt und nur durch dünne Knochenplatten von Nasenraum und Nasennebenhöhle getrennt sitzt. Bei bis zu 80 Prozent der Patienten kann der Tumor so entfernt werden, dass sein Wachstum endgültig aufhört.

Entscheidend ist, bei Symptomen rasch den Arzt aufzusuchen. Typischerweise fällt Betroffenen oder Angehörigen auf, dass Schuhe oder Kleidung zu klein werden - oder Nase und Ohren wachsen.

In mehreren Fernsehberichten über Tanya Angus wird erwähnt, sie sei die einzige bekannte Patientin, bei der es den Ärzten nicht gelungen ist, die immer weiter Wachstumshormon produzierende Hirnanhangsdrüse in den Griff zu bekommen. Nach verschiedenen US-Medienberichten und Informationen aus Tanya Angus' Blog hat ihr Herz schließlich einfach nicht mehr mithalten können.

dba
 

Dienstag, 15. Januar 2013

Facebook verbindet sich mit Microsoft gegen Google

Mark Zuckerberg hat Facebooks Angriff auf Google vorgestellt. Das soziale Netzwerk führt eine eigene Suchfunktion ein. Die "Graph Search" soll den digitalen Freundeskreis zur Datenbank machen. Ein Kooperationspartner soll die Antworten geben, die dort nicht zu finden sind: Microsoft.
Menlo Park - Mark Zuckerberg trat fast pünktlich um 19 Uhr deutscher Zeit vor die Presse, und wie üblich begann er sogleich wieder von seiner Vision für Facebook zu sprechen: "Die Welt zu einem stärker verknüpften und offenen Ort zu machen." Er wolle einen Dienst vorstellen, der es Nutzern erlaube, neue Verbindungen herzustellen. Tatsächlich hat der neue Dienst auch etwas mit Verknüpfungen zwischen Menschen zu tun - aber mindestens ebenso viel mit dem Rivalen Google.
Die "drei Säulen", auf denen Facebook künftig aufbauen werde, seien das sogenannte Newsfeed, das aktuelle Informationen über die eigenen Facebook-Kontakte enthält, die Timeline (in Deutschland "Chronik"), die Informationen über die Aktivitäten des Profilinhabers enthält, und nun ein neuer Dienst, sagte Zuckerberg: die "Graph Search". Mit dem Begriff Social Graph wird das Beziehungsbäumchen beschrieben, das Menschen miteinander verbindet - und entlang dessen Verknüpfungen Facebook gerne Werbebotschaften verschicken möchte, um sich zu refinanzieren.
Eine Milliarde Menschen seien heute bei Facebook zu finden, sagte Zuckerberg, 240 Milliarden Fotos, eine Billion Verbindungen. Jeder Inhalt habe "sein eigenes Publikum", die meisten Inhalte seien "nicht öffentlich". Jeder Nutzer könne mit der neuen Suchfunktion "nur Inhalte durchsuchen, die mit ihm geteilt worden sind". Dass die neue Suchfunktion Datenschützer auf den Plan rufen könnte, hat man bei Facebook augenscheinlich vorausgesehen - dass keine neuen Zugänge zu Privatem gewährt würden, betonten Zuckerberg und die zwei Entwickler, die ihn bei der Präsentation unterstützten, gleich mehrfach.
Zehn Prozent der Rechenleistung, die Facebook braucht, werde derzeit in das Einhalten der Datenschutz-Einstellungen investiert, sagte Zuckerberg auch gleich dazu.
"Graph Search" soll kein Google-Klon sein. Die Datenbasis für die Suchanfragen sind nicht allein die Informationen im Web, sondern die, die bei Facebook selbst vorliegen - in der wohl größten Datenbank sozialer Beziehungen und Aktivitäten, die die Welt je gesehen hat. Jede Suchanfrage solle eine konkrete Antwort ergeben, nicht einen Link auswerfen, der die Antwort enthält.
"Graph Search ist dazu gestaltet, eine präzise Anfrage konkret zu beantworten" , sagte Zuckerberg. Die Suchergebnisse basierten beispielsweise auf der Zahl von "Likes", die ein bestimmter Inhalt angesammelt habe, aber auch "auf anderen Umgebungsfaktoren". Informationen, die von engen Freunden stammen, sollen höher bewertet werden als solche, die von entfernteren Bekannten kommen.
Die Suchanfragen sollen vier konkrete Bereiche betreffen: Menschen, Fotos, Orte und Interessen. Vorgeführt wurden von den Entwicklern Tom Stocky und Lars Rasmussen diverse Suchanfragen - von "Filme, die meine Freunde mögen" über "Leute, die Chris heißen und in Stanford auf der Uni waren" bis hin zu "Restaurants, die meine Freunde mögen". Lars Rasmussen ist Beobachtern der Netz-Szene wohlbekannt: Er hatte einst für Google das glücklose Multifunktionswerkzeug namens Wave entwickelt, das sich nie durchsetzen konnte. 2010 ging er frustriert von Google zu Facebook - und arbeitet dort nun an dem Angriff auf Google mit.
Suchanfragen, die Facebook aus dem eigenen Datenbestand nicht klären kann, sollen weitergereicht werden: an Microsofts Suchmaschine Bing. Microsoft ist seit vielen Jahren mit einem kleinen Anteil an Facebook beteiligt. Nun tun sich die beiden Giganten zusammen, um dem Rivalen Google Marktanteile abzunehmen. Man halte Bing für "eine sehr gute Suchmaschine", erklärte Zuckerberg bei der Pressekonferenz. "Wir glauben nicht, dass die Leute für Web-Suche nur noch zu uns kommen werden", gab sich der Facebook-Gründer bescheiden, "aber wir wollten in Graph Search gute Suchergebnisse liefern". Mit der Kombination nähert sich die neue Allianz auch dem an, was Google "Social Search" nennt: Die Verknüpfung von Information aus sozialen Netzwerken - im Falle von Google ist das Google+ - und Informationen aus der traditionellen Websuche.
Bei Facebook soll man das Suchnetz aber noch weiter spannen können. Als Beispiel nannte Zuckerberg "Videos, die Softwareentwickler mögen" ("Game of Thrones", "Big Bang Theory") und "Filme, die Ärzte mögen" ("Grey's Anatomy"). Die gesamte Facebook-Datenbank soll nutzbar gemacht werden.
Diversen anderen Diensten könnte Facebook mit dieser neuen Funktionalität Probleme bereiten - nicht nur Google. Der Kurs der Aktien des Restaurant-Bewertungsdienstes Yelp etwa fiel unmittelbar nach der Ankündigung, dass Facebook künftig zur Restaurantsuche mit Hilfe des eigenen Freundeskreises genutzt werden könnte. Auch Dienste wie Foursquare werden es nun noch schwerer haben, denn auch Ortsinformationen werden bei Suchanfragen und Antworten künftig wohl berücksichtigt werden. Einen Dienst namens Nearby, der auf in der Nähe befindliche Angebote verweist, hat Facebook kürzlich schon vorgestellt. Mit Nearby kann man den eigenen Freunden auch anzeigen, wo man sich gerade aufhält - wie mit Foursquare.
Der neue Facebook-Suchdienst soll testweise zunächst nur einer begrenzten Nutzergruppe verfügbar gemacht werden. Zunächst würden "Hunderte, vielleicht auch Tausende Nutzer" Zugang bekommen. Nach und nach sollen immer mehr Menschen Zugriff erhalten. Diesem Prinzip ist Facebook auch schon bei vorangegangenen Produkteinführungen häufig gefolgt.

Ob es die Möglichkeit geben werde, Suchergebnisse zu kaufen, also wie Google mit den Suchanfragen der Nutzer Geld zu verdienen, fragte ein Journalist. Das könne "in der Zukunft möglicherweise ein Geschäftsmodell sein", sagte Zuckerberg, im Moment sei man nur daran interessiert, "etwas zu bauen, das die Leute wollen". Das ist unwahrscheinlich - Facebook ist ständig auf der Suche nach neuen Monetarisierungsmodellen, und Googles enormer Erfolg mit Suchwortvermarktung gilt bis heute als Messlatte fürs Geschäft mit dem Netz.
Man habe anhand der Art und Weise, wie Menschen Facebook nutzen, festgestellt, dass eine derartige Suchfunktion offenkundig ein Bedürfnis befriedige, sagte Zuckerberg. Auf die Frage, ob er nicht auch gern mit Google zusammengearbeitet hätte, schoss er zurück: "Ich würde liebend gern mit Google zusammenarbeiten!" Aber man sei bislang nicht in der Lage gewesen, "das hinzukriegen". Es sei dabei um "Privatsphäre-Themen" gegangen. Google habe sich nicht so einfach wie Microsoft bereit erklärt, einmal veröffentlichte Daten für den Nutzer auch wieder löschbar zu machen - ein deutlicher Seitenhieb gegen den Rivalen. Ausgerechnet Facebook als Verteidiger der Privatsphäre gegen die Datenkrake Google - das war eine ganz neue, sehr eigene Sichtweise, die der Firmengründer da fröhlich präsentierte.
Die Konkurrenz um das Geschäft mit Nutzungszeit, Aufmerksamkeit und letztlich Werbegeldern hat mit der "Graph Search" jedenfalls soeben eine neue Qualität gewonnen. Und das Zusammenprallen der Allianz Facebook-Microsoft mit Google dürfte einen interessanten Wettkampf ergeben

Samstag, 12. Januar 2013

White House shoots wide down the Death Star





 The US has no plans to construct a technological terror as depicted by George Lucas in the Star Wars saga, disappointing nearly 35,000 petition signatories. The White House responded using the wittier side of the Force.

The White House dashed the hopes of 34,435 Star Wars fans by rejecting a petition for the US to construct a "Death Star," the planet-sized destroyer of worlds featured in the earlier trio of Star Wars films.

Top White House science and space official Paul Shawcross published an amusing response to the public request entitled "This Isn't the Petition Response You're Looking For," one of several references to the cinema classics.

"The administration shares your desire for job creation and a strong national defense, but a Death Star isn't on the horizon," the statement said, subsequently offering three reasons against the proposed project.

"The construction of the Death Star has been estimated to cost more than $850,000,000,000,000,000. We're working hard to reduce the deficit, not expand it," Shawcross wrote.

He also said that the "Administration does not support blowing up planets," with the Death Star obliterating Princess Leia's home of Alderaan in the film "Star Wars: A New Hope."
Then, in a reference to the same film, Shawcross asked "Why would we spend countless taxpayer dollars on a Death Star with a fundamental flaw that can be exploited by a one-man starship?"

'We're living in the future!'

The White House subsequently lists a series of real-life space projects, including the International Space Station ("That's no moon, it's a space station!"), NASA's Mars Rover, the planned Hubble Telescope successor, the James Webb Space Telescope, and efforts to build Star Wars-esque robotic arms, floating droids and quadruped walking robots.

"We're living in the future! Enjoy it. Or better yet, help build it by pursuing a careers in a science, technology, engineering or math-related field," Shawcross advised, in a rare moment without his tongue in cheek.

One of the fake Darth Vader accounts on Twitter noted the news by lamenting, "The White House rejected the petition to build a Death Star, I find their lack of faith disturbing."

Still, Shawcross finished his official response with a separate quote from the infamous villain voiced by James Earl Jones, reminding fans of George Lucas' films: "Remember, the Death Star's power to destroy a planet, or even a whole star system, is insignificant next to the power of the Force."

The White House accepts petitions on any issue, and responds to any that reach a threshold of 25,000 signatures, provided they are deemed not to breach certain security and law-enforcement criteria.

msh/sej (Reuters)

Holland stammt Fortschritt Mali, über Französisch Sicherheit

 France will step up anti-terrorist security measures on its own territory in light of its intervention into Mali. A helicopter pilot has become the first pronounced French military casualty of the day-old intervention.

On Saturday, French President Francois Hollande said that the domestic alert level would be increased following the start of the intervention in Mali. Hollande said he asked Prime Minister Jean-Marc Ayrault to increase protection of public buildings and public transport. He also pledged that France would see the battle through to its resolution.

"We have forced a halt and inflicted heavy losses on our adversaries," Hollande said. "But our mission is not over yet."

A French helicopter pilot died during fighting against Islamist rebels in Mali, Defense Minister Jean-Yves Le Drian said on Saturday. He confirmed that the pilot had died on Friday, but he did not comment on whether rebels had shot down the helicopter.




The defense minister also said that the military had continued airstrikes in the West African country on Saturday morning, and that it had deployed several hundred French troops for the operation. Airstrikes, which began on Friday, have helped Mali's government forces to push back Islamist rebels from the central town of Konna.

The Economic Community of West African States is also to deploy soldiers to Mali by Monday in order to help push rebel fighters northward. In a statement released on Saturday, the commission president of the bloc, Kadre Desire Ouedraogo, said the decision had been taken "in light of the urgency of the situation."

Up to 100 people have been killed in airstrikes and fighting since the French intervention began.

mkg/ (Reuters, dpa, AP)


Ski Fun Fair

Ungezähmt! – so der Titel des Fotos, das der US-Fotograf Ryan McGinley als Kampagnenmotiv der Mercedes-Benz Fashion Week 2013 schoss. Darauf ist ein wild steigender Schimmel zu sehen, im Vordergrund in lässiger Pose an einen Wagen gelehnt das amerikanische Topmodel Karlie Kloss. Die Schauen im schneeweißen Zelt am Brandenburger Tor werden wieder das Herzstück der Berlin Fashion Week bilden. Ungezähmt, kühl und wild: Attribute, die nicht zuletzt den Erfolg Berlins als Modezentrum mitbegründen. Große Marken wie Hugo Boss, Joop! oder Designer und Lokalmatador Michael Michalsky sorgen mit spektakulären Shows an ausgefallenen Orten wie der Nationalgalerie, in Kirchen, Flugzeughangars oder verlassenen Industriehallen für Aufsehen.

Aber auch abseits der großen Defilees wird es spannend, auf Fachmessen wie der Premium. Und es muss nicht immer High Fashion sein. Kaum eine Stadt steht für den urbanen Street Style wie Berlin. So wird die international größte Fachbesuchermesse Bread & Butter auf dem Gelände des stillgelegten Flughafens Berlin-Tempelhof die Trends für den Herbst präsentieren. Dabei sind große Marken ebenso vertreten wie kleinere Labels, die sich einen Namen gemacht haben.

Ein weiteres Highlight: der Showfloor Berlin. Die hier gezeigten Schauen stehen im Zeichen von Nachhaltigkeit – ein Großteil der Kollektionen wird ökologisch produziert. Beliebt sind auch die Showroom Days mit ihren vielen Shows, Performances und Ausstellungen junger und etablierter Künstler und Designer an 50 verschiedenen Orten.

Berlin Fashion Week vom 15. bis 20. Januar 2013

Bread & Butter vom 15. bis 17. Januar 2013

www.fashion-week-berlin.com/de

www.breadandbutter.com

Fashion, Berlin!

Im Sommer 2007 verwandelte sich Berlin erstmals in einen großen Modezirkus, und damals gab es einige Zweifel, ob die Stadt jemals ganz oben im Modehimmel ankommen würde. Inzwischen hat sich die Berlin Fashion Week fest etabliert. Neben den Modezentren Paris, Mailand und London kann die Metropole an der Spree längst mithalten, gilt als cool, kreativ und experimentierfreudig.

Berlin zeigt einen ganz eigenen Charakter, der Designer aus aller Welt anzieht. Aber längst nicht mehr nur zweimal im Jahr zur Modewoche. Die Rede ist nicht nur von den „Großen“ wie Escada, Hugo Boss oder Tom Tailor, die in Showrooms am Osthafen ihre Kollektionen präsentieren. Oder von Michael Michalsky, der neben seiner „Gallery“ am Potsdamer Platz auch die Bar Catwalk betreibt, in der selbst das Personal seine Kreationen trägt. Die Stadt erweist sich als Mekka für Jungdesigner aus aller Welt und zählt bereits mehr als 800 Labels.

Günstige Ladenateliers, Modeplattformen, die den Vertrieb kleiner Marken ermöglichen, und die allgemeine Offenheit für kreative Ideen bilden den Nährboden. Zudem fördern Nachwuchspreise wie der Wettbewerb „Start your fashion business“ mitunter den Start in die eigene Modelinie.

Viele haben es geschafft – sie heißen Frida Weyer, Mykita, Kaviar Gauche oder Firma Berlin. Sie gelten in der Szene als stilbildende Größen und verkaufen ihre Kollektionen mittlerweile auch in London, Paris und Tokio. Und wer erst mal Hollywood einkleidet, der spielt ganz vorne mit: Die US-Schauspielerinnen Mischa Barton und Jessica Alba schlingen sich am liebsten die bunten Schals von Lala Berlin um den Hals. Tilda Swinton oder Linda Evangelista laufen gern mit Schuhwerk der Berliner Marke Trippen an den Füßen.

Die meisten erfolgreichen Designer entspringen einer der neun Modeschulen Berlins: Die jährlichen Shows der Abschlussklassen, etwa an der Internationalen Kunsthochschule für Mode Esmod, dienen den Talenten als Sprungbrett – und der Modebranche als Impulsgeber.

Berlin Fashion Week vom 15. bis 20. Januar 2013

Bread & Butter vom 15. bis 17. Januar 2013

www.fashion-week-berlin.com/de

www.breadandbutter.com