Jedes Jahr weckt der internationale Weltkrebstag Bewusstsein für die schwere Krankheit. Weltweit arbeitet die medizinische Forschung an neuen, immer effektiveren Behandlungsmethoden – auch in Deutschland.
Jedes Jahr erkranken in Deutschland knapp eine halbe Million Menschen an Krebs. Tendenz steigend. Doch anders als früher hat sich die Prognose für Krebspatienten enorm verbessert. Mittlerweile überlebt mehr als die Hälfte von ihnen die Krankheit und kann vollständig geheilt werden. Die Ursache für die steigenden Fallzahlen liegt in der zunehmenden Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung. Je älter ein Mensch wird, desto größer ist das Risiko, dass bösartige Tumore entstehen.
Deutsche Universitäten und Forschungseinrichtungen beteiligen sich mit großem Erfolg am weltweiten Kampf gegen Karzinome. Eine zentrale Rolle kommt dabei dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg zu. Hier ist unter anderem Harald zur Hausen, der Entdecker der krebsauslösenden Wirkung von Humanen Papillomaviren, tätig. Für seine Arbeit wurde er 2008 mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet. Zu den neuesten Errungenschaften von DKFZ-Forschern gehört ein gemeinsames Projekt mit dem Paul-Ehrlich-Institut in Langen und der Universität Heidelberg. Die Experten testeten erstmals erfolgreich den Einsatz von künstlich modifizierten Masernviren gegen Krebsstammzellen, sowohl in Tierversuchen wie auch in Zellkulturen. Krebsstammzellen sind im Kern vieler Tumore enthalten und höchstwahrscheinlich für die Bildung von Metastasen verantwortlich. Die Viren greifen sie gezielt an und zerstören sie.Das Universitätsklinikum Heidelberg hat im Herbst 2012 am Heidelberger Ionenstrahl-Therapiezentrum die so genannte Gantry in Betrieb genommen: eine riesige und weltweit einzigartige Bestrahlungsanlage zur Bekämpfung von Krebsgeschwüren. Das Gerät kann Tumore an sehr schwierig zu erreichenden Stellen des Körpers präzise mit Schwerionen oder Protonen behandeln. Die DNA der Krebszellen wird dabei vollkommen zertrümmert, der Zellstoffwechsel kommt zum Erliegen. Für die bösartigen Zellen bedeutet dies das Ende, für den Patienten Hoffnung auf eine baldige Genesung.
Weltkrebstag am 4. Februar 2013
www.worldcancerday.org
www.heidelberg-hit.de
www.dkfz.de

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen