Der Schutz von Umwelt und Klima zählt zu den globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und genießt in der deutschen Politik, in Publizistik und Zivilgesellschaft einen hohen Stellenwert. Deutschland gilt international als eine der Vorreiternationen beim Klimaschutz und als Pionier beim Ausbau erneuerbarer Energien. 2011 beschloss Deutschland als erste Industrienation den Ausstieg aus der Atomenergie. Auch im globalen Rahmen setzt sich die Bundesregierung aktiv für den Umweltschutz, für klimafreundliche Entwicklungsstrategien und Energie-Kooperationen ein. Das Sekretariat, das die Umsetzung der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen begleitet, hat seinen Sitz in der Bundesstadt Bonn. Seit 1990 hat Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen um fast 24 Prozent vermindert und damit seine aus dem 2005 in Kraft getretenen Kyoto-Protokoll erwachsenen Verpflichtungen einer Verminderung von 21 Prozent bis 2012 bereits übererfüllt. Im globalen Klimaschutzindex 2011 der unabhängigen Umweltschutzorganisation „Germanwatch“ liegt Deutschland auf einem der vorderen Plätze.
Schon seit Jahren verfolgt Deutschland einen Weg, der Klima- und Umweltschutz im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens zusammenführt. Der Schlüssel dazu ist die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz sowie der Ausbau erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Dies fördert die Entwicklung neuer Energietechnologien sowohl auf der Angebotsseite, bei Kraftwerken sowie den erneuerbaren Energien, als auch auf der Nachfrageseite, dort, wo Energie verbraucht wird.
Der Naturschutz („Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“) ist seit 1994 als Staatsziel im Artikel 20a des Grundgesetzes verankert. Eine intakte Natur, reine Luft und saubere Gewässer sind Voraussetzungen für eine hohe Lebens- und Umweltqualität in Deutschland. Bei Luft- und Gewässerreinhaltung zeigen die Umweltindikatoren in eine positive Richtung, weil viele Emissionen in den vergangenen Jahren deutlich reduziert wurden. Die Treibhausgas-Emissionen des Straßenverkehrs sind – trotz erheblich gestiegenen Verkehrsaufkommens – seit 1999 rückläufig und liegen mittlerweile unter dem Niveau von 1990. Für die etwa fünfzigprozentige Reduzierung der Stickoxid-Emissionen ist unter anderem die Ausstattung der Kfz mit Fahrzeugkatalysatoren verantwortlich. Die Schwefeldioxid-Emissionen der Stein- und Braunkohlekraftwerke konnten durch die gesetzlich vorgeschriebene Rauchgasentschwefelung um 90 Prozent gemindert werden. Gesunken ist in den vergangenen Jahren auch der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser von 144 Litern je Einwohner auf 121 Liter, das entspricht dem zweitniedrigsten Verbrauch aller Industriestaaten.
Ausstieg aus der Atomenergie
Sowohl in den Privathaushalten als auch bei Verkehr und Industrie bilden fossile Energien nach wie vor das Rückgrat des Energiemix: Mit einem Anteil von gut einem Drittel ist das Mineralöl der wichtigste Primärenergieträger, gefolgt von Erdgas, Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie. Die Kernenergie (Anteil: rund neun Prozent) soll nach den Plänen der Bundesregierung schrittweise auslaufen und durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Die schon zu Beginn der 1990er-Jahre in Gang gesetzte Förderpolitik macht die Nutzung erneuerbarer Energien attraktiv und wirtschaftlich. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), ein Marktanreizprogramm zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien, gilt als Motor des Aufschwungs klimafreundlicher Energieträger und ist von vielen Ländern in seinen Grundzügen übernommen worden. Der stärkere Einsatz erneuerbarer Energien und eine effizientere Energienutzung bildeten auch den Kern des 2009 geschlossenen Koalitionsvertrags der Bundesregierung zum Thema.
Im Frühjahr 2011 beschloss die deutsche Bundesregierung eine „Energiewende“: den beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie. Aufgrund einer Sicherheitsneubewertung in Folge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima wurden die älteren acht der 17 noch am Netz befindlichen deutschen Kernkraftwerke umgehend stillgelegt. Zudem verabschiedete der Bundestag mit großer Mehrheit einen Zeitplan, nach dem auch die restlichen neun Reaktoren bis 2022 vom Netz gehen sollen. Die Kernenergie, die 2011 noch rund 18 Prozent des verbrauchten Stroms lieferte, wird danach innerhalb von elf Jahren unter anderem durch erneuerbare Energien, ein ausgebautes Stromnetz und neue Speicher für den Ökostrom verlässlich ersetzt werden. Im Jahr 2020 soll der Strom zu 35 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen, im Jahr 2050 sollen es 80 Prozent sein. Schon vor der „Energiewende“ erlebte der „grüne Strom“ in Deutschland einen Boom. Sein Anteil stieg von fünf Prozent 1990 auf 20 Prozent im Jahr 2011.
Zukunftsweisend, effizient: Erneuerbare Energien
Vor dem Hintergrund der wissenschaftlich eindringlich beschriebenen Folgen des Klimawandels (Temperaturanstieg, Fluten, Dürren, beschleunigtes Abschmelzen der Eiskappen an den Polen, aussterbende Arten) und des weltweit stetig steigenden Verbrauchs fossiler Energieträger gewinnen die klimafreundlichen Alternativen zunehmend an Bedeutung. Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwärme sind unbegrenzt verfügbar und erzeugen keine klimaschädigenden Emissionen. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten deutschen Energieverbrauch beträgt inzwischen mehr als zehn Prozent. Mit rund 14 Prozent an der globalen Windleistung liegt Deutschland hinter China und den USA auf Platz 3 bei der Windenergieproduktion. Neue Potenziale bei der Nutzung verspricht die europäische Nordsee-Offshore-Initiative, in der Deutschland und acht weitere EU-Länder sich zusammengeschlossen haben. In der Photovoltaik, bei der Sonnenstrahlen in Strom verwandelt werden, war Deutschland 2010 mit einer installierten Gesamtleistung von 17300 Megawatt sogar auf Platz 1 vor Spanien und Japan. Die maßgeblich von deutschen Konzernen getragene Initiative Desertec ist eine weitere europäische Großinvestition in nachhaltige Energietechnologie. Die bei Desertec mit Sonnenkraftwerken in Nordafrika gewonnene Energie soll bis 2050 rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken.
Innovativ und exportstark: Grüne Technologien
Die Maßnahmen des Energie- und Klimaschutzprogramms dienen nicht nur dem Schutz der Umwelt, sondern auch dem Aufbau einer innovativen und beschäftigungsstarken Zukunftsindustrie, die über eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit verfügt und zunehmend auf Auslandsmärkten aktiv wird. Aus Deutschland stammen 2010 jede fünfte Solarzelle und jedes siebte Windrad. Mehr als 360000 Menschen sind im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt. Hinzu kommen rund eine Million weiterer Arbeitsplätze in der Umwelttechnik – wie Wasserreinhaltung, Filtertechnik, Recycling und Renaturierung. Auch Unternehmen, die sich in Zeiten steigender Energiepreise mit Effizienztechnologien beschäftigen (Kraftwerke mit höherem Wirkungsgrad, gekoppelte Erzeugung von Elektrizität und Wärme, energieeffizienter Hausbau, energetische Gebäudesanierung, verbrauchsarme Pkw), gelten als Jobmotoren. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IAE) liegt Deutschland schon heute in der Spitzengruppe jener Staaten, die mit relativ geringem Energieaufwand eine umfangreiche Wirtschaftsleistung erbringen.
Notwendig: Internationale Klimakooperation
Deutschland sieht sich als Vorreiter im Umwelt- und Klimaschutz. Mit seinem selbstgesteckten Ziel hat sich Deutschland weltweit an die Spitze gestellt; es gibt kein vergleichbares Industrieland mit einem ähnlich ambitionierten und konkret ausgestalteten Programm: Die Bundesregierung beabsichtigt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Außerdem sollen die erneuerbaren Energien konsequent ausgebaut und die Energieeffizienz weiter erhöht werden. Ziel ist es, dass die erneuerbaren Energien den Hauptanteil an der Energieversorgung übernehmen.
Auch im internationalen Kontext hat Deutschland maßgeblichen Anteil daran, dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz auf die Agenda gesetzt wurde. So hat die deutsche EU- und G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 die Klimaschutzziele und die Energiepolitik zu einem ihrer Hauptanliegen gemacht. Der Europäische Rat mit seinen anspruchsvollen Beschlüssen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen und die Erklärung des G8-Gipfels in Heiligendamm, in der die Staats- und Regierungschefs zusicherten, das Ziel einer Halbierung des Ausstoßes von Treibhausgas-Emissionen bis 2050 „ernsthaft zu prüfen“, waren wichtige Schritte hin zu einer globalen Antwort auf den Klimawandel.
Der Weltklimagipfel auf Bali 2007 schuf die Grundlage für den so genannten „Post-Kyoto-Prozess“, in dessen Rahmen neben den Industrieländern, die ihre Maßnahmen verstärken wollten, auch die Entwicklungs- und Schwellenländer aktiv in den Klimaschutz eingebunden wurden. Das ist entscheidend, da die weltweiten CO2-Emissionen laut Prognosen des Klimarats der Vereinten Nationen (IPCC) bis 2050 halbiert werden müssen, wenn die Klimaerwärmung in diesem Jahrhundert noch beherrschbar bleiben soll. Dabei gilt es zu verhindern, dass die globale Durchschnittstemperatur um mehr als zwei Grad Celsius steigt.
Allerdings scheiterte der Plan, ein Kyoto-Nachfolgeabkommen bereits 2009 auf dem Klimagipfel in Kopenhagen zu verabschieden. Immerhin benannte die Ländergemeinschaft es als anzustrebendes Ziel, dass die Erderwärmung bei einem Plus von maximal zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden soll. Konkrete und verbindliche CO2-Minderungsziele konnten auf dem Gipfel jedoch nicht aufgestellt werden. Die im Kopenhagener Schlussdokument „Copenhagen Accord“ angekündigten Reduktionsverpflichtungen reichen nicht aus, um das angestrebte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.
Mehr als 100 Länder, die zusammen für über 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, haben – wie in Kopenhagen vereinbart –, dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen in Bonn ihre nationalen Klimaschutzziele gemeldet. Diese reichen noch nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu schaffen. Die EU ist hier Vorreiter. Sie hat sich bereit erklärt, den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern – beziehungsweise um 30 Prozent, sofern sich andere Industrieländer zu vergleichbaren Reduzierungen verpflichten. Der Anteil an erneuerbaren Energien soll auf 20 Prozent steigen und der Energieverbrauch durch verbesserte Energieeffizienz um 20 Prozent sinken. Die Umsetzung des EU-Klima- und -Energiepaktes geschieht in den 27 Mitgliedsländern nach nationalen Quoten. Deutschland wird zum Abbau der Treibhausgase einen überdurchschnittlichen Beitrag leisten.
Die Bundesregierung setzt sich trotz der Schwierigkeiten zu Kompromissen zu kommen, weiter für ein internationales Klimaschutzregime und eine neue Weltklimaordnung ein. Einen Fortschritt zu einem Post-Kyoto-Protokoll brachte der Weltklimagipfel im Dezember 2011 in südafrikanischen Durban. Dort wurde beschlossen, dass bis 2015 ein neuer globaler Klimaschutzvertrag ausgehandelt werden soll, der von 2020 an in Kraft tritt und auch die USA sowie die Schwellenländer zu Emissionszielen verpflichtet. Der Kyoto-Vertrag, der 2012 ausgelaufen wäre, wird für eine zweite Verpflichtungsperiode verlängert. Allerdings nehmen daran Kanada, Japan und Russland nicht teil. Die Höhe der CO2-Ziele muss noch festgelegt werden.
Schon seit Jahren verfolgt Deutschland einen Weg, der Klima- und Umweltschutz im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens zusammenführt. Der Schlüssel dazu ist die Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz sowie der Ausbau erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Dies fördert die Entwicklung neuer Energietechnologien sowohl auf der Angebotsseite, bei Kraftwerken sowie den erneuerbaren Energien, als auch auf der Nachfrageseite, dort, wo Energie verbraucht wird.
Der Naturschutz („Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen“) ist seit 1994 als Staatsziel im Artikel 20a des Grundgesetzes verankert. Eine intakte Natur, reine Luft und saubere Gewässer sind Voraussetzungen für eine hohe Lebens- und Umweltqualität in Deutschland. Bei Luft- und Gewässerreinhaltung zeigen die Umweltindikatoren in eine positive Richtung, weil viele Emissionen in den vergangenen Jahren deutlich reduziert wurden. Die Treibhausgas-Emissionen des Straßenverkehrs sind – trotz erheblich gestiegenen Verkehrsaufkommens – seit 1999 rückläufig und liegen mittlerweile unter dem Niveau von 1990. Für die etwa fünfzigprozentige Reduzierung der Stickoxid-Emissionen ist unter anderem die Ausstattung der Kfz mit Fahrzeugkatalysatoren verantwortlich. Die Schwefeldioxid-Emissionen der Stein- und Braunkohlekraftwerke konnten durch die gesetzlich vorgeschriebene Rauchgasentschwefelung um 90 Prozent gemindert werden. Gesunken ist in den vergangenen Jahren auch der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser von 144 Litern je Einwohner auf 121 Liter, das entspricht dem zweitniedrigsten Verbrauch aller Industriestaaten.
Ausstieg aus der Atomenergie
Sowohl in den Privathaushalten als auch bei Verkehr und Industrie bilden fossile Energien nach wie vor das Rückgrat des Energiemix: Mit einem Anteil von gut einem Drittel ist das Mineralöl der wichtigste Primärenergieträger, gefolgt von Erdgas, Braunkohle, Steinkohle und Kernenergie. Die Kernenergie (Anteil: rund neun Prozent) soll nach den Plänen der Bundesregierung schrittweise auslaufen und durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Die schon zu Beginn der 1990er-Jahre in Gang gesetzte Förderpolitik macht die Nutzung erneuerbarer Energien attraktiv und wirtschaftlich. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), ein Marktanreizprogramm zur Förderung der Nutzung erneuerbarer Energien, gilt als Motor des Aufschwungs klimafreundlicher Energieträger und ist von vielen Ländern in seinen Grundzügen übernommen worden. Der stärkere Einsatz erneuerbarer Energien und eine effizientere Energienutzung bildeten auch den Kern des 2009 geschlossenen Koalitionsvertrags der Bundesregierung zum Thema.
Im Frühjahr 2011 beschloss die deutsche Bundesregierung eine „Energiewende“: den beschleunigten Ausstieg aus der Atomenergie. Aufgrund einer Sicherheitsneubewertung in Folge der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima wurden die älteren acht der 17 noch am Netz befindlichen deutschen Kernkraftwerke umgehend stillgelegt. Zudem verabschiedete der Bundestag mit großer Mehrheit einen Zeitplan, nach dem auch die restlichen neun Reaktoren bis 2022 vom Netz gehen sollen. Die Kernenergie, die 2011 noch rund 18 Prozent des verbrauchten Stroms lieferte, wird danach innerhalb von elf Jahren unter anderem durch erneuerbare Energien, ein ausgebautes Stromnetz und neue Speicher für den Ökostrom verlässlich ersetzt werden. Im Jahr 2020 soll der Strom zu 35 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen, im Jahr 2050 sollen es 80 Prozent sein. Schon vor der „Energiewende“ erlebte der „grüne Strom“ in Deutschland einen Boom. Sein Anteil stieg von fünf Prozent 1990 auf 20 Prozent im Jahr 2011.
Zukunftsweisend, effizient: Erneuerbare Energien
Vor dem Hintergrund der wissenschaftlich eindringlich beschriebenen Folgen des Klimawandels (Temperaturanstieg, Fluten, Dürren, beschleunigtes Abschmelzen der Eiskappen an den Polen, aussterbende Arten) und des weltweit stetig steigenden Verbrauchs fossiler Energieträger gewinnen die klimafreundlichen Alternativen zunehmend an Bedeutung. Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwärme sind unbegrenzt verfügbar und erzeugen keine klimaschädigenden Emissionen. Der Anteil erneuerbarer Energien am gesamten deutschen Energieverbrauch beträgt inzwischen mehr als zehn Prozent. Mit rund 14 Prozent an der globalen Windleistung liegt Deutschland hinter China und den USA auf Platz 3 bei der Windenergieproduktion. Neue Potenziale bei der Nutzung verspricht die europäische Nordsee-Offshore-Initiative, in der Deutschland und acht weitere EU-Länder sich zusammengeschlossen haben. In der Photovoltaik, bei der Sonnenstrahlen in Strom verwandelt werden, war Deutschland 2010 mit einer installierten Gesamtleistung von 17300 Megawatt sogar auf Platz 1 vor Spanien und Japan. Die maßgeblich von deutschen Konzernen getragene Initiative Desertec ist eine weitere europäische Großinvestition in nachhaltige Energietechnologie. Die bei Desertec mit Sonnenkraftwerken in Nordafrika gewonnene Energie soll bis 2050 rund 15 Prozent des europäischen Strombedarfs decken.
Innovativ und exportstark: Grüne Technologien
Die Maßnahmen des Energie- und Klimaschutzprogramms dienen nicht nur dem Schutz der Umwelt, sondern auch dem Aufbau einer innovativen und beschäftigungsstarken Zukunftsindustrie, die über eine hohe internationale Wettbewerbsfähigkeit verfügt und zunehmend auf Auslandsmärkten aktiv wird. Aus Deutschland stammen 2010 jede fünfte Solarzelle und jedes siebte Windrad. Mehr als 360000 Menschen sind im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt. Hinzu kommen rund eine Million weiterer Arbeitsplätze in der Umwelttechnik – wie Wasserreinhaltung, Filtertechnik, Recycling und Renaturierung. Auch Unternehmen, die sich in Zeiten steigender Energiepreise mit Effizienztechnologien beschäftigen (Kraftwerke mit höherem Wirkungsgrad, gekoppelte Erzeugung von Elektrizität und Wärme, energieeffizienter Hausbau, energetische Gebäudesanierung, verbrauchsarme Pkw), gelten als Jobmotoren. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IAE) liegt Deutschland schon heute in der Spitzengruppe jener Staaten, die mit relativ geringem Energieaufwand eine umfangreiche Wirtschaftsleistung erbringen.
Notwendig: Internationale Klimakooperation
Deutschland sieht sich als Vorreiter im Umwelt- und Klimaschutz. Mit seinem selbstgesteckten Ziel hat sich Deutschland weltweit an die Spitze gestellt; es gibt kein vergleichbares Industrieland mit einem ähnlich ambitionierten und konkret ausgestalteten Programm: Die Bundesregierung beabsichtigt, die Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Außerdem sollen die erneuerbaren Energien konsequent ausgebaut und die Energieeffizienz weiter erhöht werden. Ziel ist es, dass die erneuerbaren Energien den Hauptanteil an der Energieversorgung übernehmen.
Auch im internationalen Kontext hat Deutschland maßgeblichen Anteil daran, dass das Thema Umwelt- und Klimaschutz auf die Agenda gesetzt wurde. So hat die deutsche EU- und G8-Präsidentschaft im Jahr 2007 die Klimaschutzziele und die Energiepolitik zu einem ihrer Hauptanliegen gemacht. Der Europäische Rat mit seinen anspruchsvollen Beschlüssen zur Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen und die Erklärung des G8-Gipfels in Heiligendamm, in der die Staats- und Regierungschefs zusicherten, das Ziel einer Halbierung des Ausstoßes von Treibhausgas-Emissionen bis 2050 „ernsthaft zu prüfen“, waren wichtige Schritte hin zu einer globalen Antwort auf den Klimawandel.
Der Weltklimagipfel auf Bali 2007 schuf die Grundlage für den so genannten „Post-Kyoto-Prozess“, in dessen Rahmen neben den Industrieländern, die ihre Maßnahmen verstärken wollten, auch die Entwicklungs- und Schwellenländer aktiv in den Klimaschutz eingebunden wurden. Das ist entscheidend, da die weltweiten CO2-Emissionen laut Prognosen des Klimarats der Vereinten Nationen (IPCC) bis 2050 halbiert werden müssen, wenn die Klimaerwärmung in diesem Jahrhundert noch beherrschbar bleiben soll. Dabei gilt es zu verhindern, dass die globale Durchschnittstemperatur um mehr als zwei Grad Celsius steigt.
Allerdings scheiterte der Plan, ein Kyoto-Nachfolgeabkommen bereits 2009 auf dem Klimagipfel in Kopenhagen zu verabschieden. Immerhin benannte die Ländergemeinschaft es als anzustrebendes Ziel, dass die Erderwärmung bei einem Plus von maximal zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden soll. Konkrete und verbindliche CO2-Minderungsziele konnten auf dem Gipfel jedoch nicht aufgestellt werden. Die im Kopenhagener Schlussdokument „Copenhagen Accord“ angekündigten Reduktionsverpflichtungen reichen nicht aus, um das angestrebte Zwei-Grad-Ziel zu erreichen.
Mehr als 100 Länder, die zusammen für über 80 Prozent der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich sind, haben – wie in Kopenhagen vereinbart –, dem Klimasekretariat der Vereinten Nationen in Bonn ihre nationalen Klimaschutzziele gemeldet. Diese reichen noch nicht aus, um das Zwei-Grad-Ziel zu schaffen. Die EU ist hier Vorreiter. Sie hat sich bereit erklärt, den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 bis 2020 um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern – beziehungsweise um 30 Prozent, sofern sich andere Industrieländer zu vergleichbaren Reduzierungen verpflichten. Der Anteil an erneuerbaren Energien soll auf 20 Prozent steigen und der Energieverbrauch durch verbesserte Energieeffizienz um 20 Prozent sinken. Die Umsetzung des EU-Klima- und -Energiepaktes geschieht in den 27 Mitgliedsländern nach nationalen Quoten. Deutschland wird zum Abbau der Treibhausgase einen überdurchschnittlichen Beitrag leisten.
Die Bundesregierung setzt sich trotz der Schwierigkeiten zu Kompromissen zu kommen, weiter für ein internationales Klimaschutzregime und eine neue Weltklimaordnung ein. Einen Fortschritt zu einem Post-Kyoto-Protokoll brachte der Weltklimagipfel im Dezember 2011 in südafrikanischen Durban. Dort wurde beschlossen, dass bis 2015 ein neuer globaler Klimaschutzvertrag ausgehandelt werden soll, der von 2020 an in Kraft tritt und auch die USA sowie die Schwellenländer zu Emissionszielen verpflichtet. Der Kyoto-Vertrag, der 2012 ausgelaufen wäre, wird für eine zweite Verpflichtungsperiode verlängert. Allerdings nehmen daran Kanada, Japan und Russland nicht teil. Die Höhe der CO2-Ziele muss noch festgelegt werden.

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