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Samstag, 1. Februar 2014
Die Auswirkungen der Finanzkrise: Bank of America zahlt Milliarden Entschädigung
Milliardenstrafen für windige Hypothekengeschäfte: Die Bank of America muss für die faulen Kredite einer Tochterfirma 8,5 Milliarden Euro Schadensersatz zahlen. Der Vergleich mit den geschädigten Investoren stand über gut zwei Jahre unter einem Richtervorbehalt.
New York - Umstrittene Hypothekengeschäfte aus der Vergangenheit bringen den US-Banken weiterhin Ärger ein: Die Justiz genehmigte am Freitag eine 8,5 Milliarden Dollar schwere Vergleichszahlung der Bank of America wegen verlustreicher Ramschanleihen aus der US-Immobilienkrise.
Das Oberste Gericht des Bundesstaats New York sprach die umgerechnet 6,3 Milliarden Euro hohe Entschädigung einer Gruppe von Investoren zu. Deren Forderungen beziehen sich auf faule Kredite des Immobilienfinanzierers Countrywide Financial, den die Bank of America 2008 mitten in der Krise übernommen hatte. Countrywide hatte schlecht abgesicherte Hypotheken in Wertpapieren gebündelt und weiterverkauft.
Nach dem Platzen der sogenannten Subprime-Blase verlangten die Investoren Schadensersatz, weil sie sich über die Risiken ungenügend aufgeklärt fühlten. Der Vergleich wurde bereits im Juni 2011 erzielt, stand jedoch unter dem Vorbehalt richterlicher Zustimmung. Nach damaligen Angaben der Bank of America sind neben großen Investmentfonds und Versicherungskonzernen auch die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Bayerische Landesbank (BayernLB) unter den Begünstigten.
Gericht weist Annulierungswunsch zurück
Das New Yorker Gericht wies die Forderung einiger Investoren wie des Versicherungsriesen AIG zurück, den Vergleich zu annullieren. Sie hatten die von der Bank of New York Mellon ausgehandelte Übereinkunft als unangemessen kritisiert und Interessenkonflikte angedeutet. Die als Investorenvertreterin auftretende Bank habe mit dem Deal aber weder Vertrauensbruch begangen noch arglistig oder unvernünftig gehandelt, urteilte Richterin Barbara Kapnick laut dem Beschlussdokument.
In den USA hatten sich ab 2007 die Fälle gehäuft, in denen einkommensschwache US-Hausbesitzer ihre Darlehen wegen steigender Zinsen nicht mehr abzahlen konnten. In einer Art Dominoeffekt löste dies eine weltweite Krise aus, weil die schlecht abgesicherten Kredite von Bank zu Bank als Geldanlage weitergereicht worden waren. Die Bank of America konnte 2009 selbst nur mit Staatshilfen vor dem Bankrott gerettet werden. Vergangenes Jahr erzielte sie einen Nettogewinn von 10,1 Milliarden Dollar - mehr als dreimal so viel wie im Jahr zuvor.
sun/AFP
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